Verklebtes Auge beim Säugling: Was tun?

Eine ein- oder beidseitige Verklebung der Lidränder kommt vor allem bei Säuglingen häufig vor und ist dann meistens durch eine Verstopfung des Tränenkanals bedingt. Das ist eine harmlose Störung, die man recht einfach beheben kann.

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Maßnahmen bei verstopftem Tränengang

Wenn das Auge Ihres Babys aufgrund eines verstopften Tränengangs verklebt und geschwollen ist, können Sie es mit abgekochtem warmem Wasser vorsichtig auswaschen. Nehmen Sie dazu eine sterile Kompresse oder ein Stückchen fusselfreies Baumwolltuch und wischen Sie ganz sanft vom inneren Augenrand nach außen hin das Auge frei (also vom Auge aus gesehen immer in Richtung umliegende Haut wischen). Ansonsten gilt die Regel: Immer eher vom seitlichen Augenbereich in Richtung Nase wischen. Da man das auch "von außen nach innen" nennen kann, entsteht mitunter Verwirrung.

Also noch einmal kurz zusammengefasst: immer Richtung Haut, also weg vom Auge wischen, und immer in Richtung Nase.

Zudem können Sie den Tränenabfluss mit einer Tränengangmassage anregen: einfach mit dem kleinen Finger unter leichtem Druck über den Tränengang streichen – vom Nasenrücken aus zum inneren Augenlid hin.

Maßnahmen bei Bindehautentzündung

Mitunter kann aber auch eine Bindehautentzündung die Ursache der verklebten Augen sein. Die kann in jedem Lebensalter auftreten. Dann tränt das Auge meist zusätzlich oder ist leicht gerötet. Wenn das Auge „schmiert“, also Eiter zum Vorschein kommt, Ihr Kind über Schmerzen klagt oder die Entzündung bzw. Rötung zunimmt, sollten Sie sich rasch an den Kinderarzt wenden.

Liegt eine Bindehautentzündung vor, wird der Kinderarzt Ihrem Baby infektionshemmende, antibiotische Augentropfen verschreiben. Bitte gehen Sie bei Entzündungen am Auge im Zweifel immer lieber zum Kinderarzt, spätestens am zweiten Tag, um sicherzugehen, dass sich nicht ein ernsterer Infekt weiter ausbreitet.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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