Wie wird ein angeborener Schiefhals behandelt?

In den meisten Fällen genügen beim angeborenen Schiefhals krankengymnastische Maßnahmen. Eine Operation ist nur sehr selten notwendig.

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Positionieren Sie Ihren Säugling mit Schiefhals grundsätzlich in Rücken- oder Seitenlage, aber nicht auf dem Bauch. Legen Sie ihn bewusst auf die nicht betroffene Seite und bieten Sie ihm aus dieser Richtung interessante, akustische oder visuelle Reize an. Die Seite der Fehlhaltung sollte dagegen möglichst uninteressant für Ihr Baby sein (z.B. weiße Wand).

Eine frühzeitige krankengymnastische Behandlung mit Dehnen, speziellen Lagerungen und Übungen wird dringend empfohlen. Besteht ein sogenanntes KISS-Syndrom, kommt auch eine manuelle Therapie der oberen Halswirbelsäule in Frage. In über 80% der Fälle kommt es zur Rückbildung der Fehlhaltung.

Wenn doch operiert werden muss

Nur in seltenen Fällen, wenn die krankengymnastischen Maßnahmen nicht ausreichen, ist ein operatives Vorgehen nach dem 1. Lebensjahr erforderlich. Dazu wird der Ansatz des verkürzten seitlichen Halsmuskels am Brustbein gelöst.

In Spätfällen erfolgt die (Sehnen-) Durchtrennung an beiden Muskelenden (biterminale Tenotomie bzw. Myotomie). Anschließend wird der Kopf in die richtige Stellung gebracht und mittels Korrekturschiene, Halskrause oder Diadem-Gipsverband über mehrere Wochen fixiert.

Dringend aufpassen muss der Chirurg dabei, dass es durch die Operation nicht zu Nervenschädigungen kommt. Besonders gefährdet ist der Gesichtsnerv (Nervus facialis), ferner auch der Plexus brachialis bei Überkorrektur.

Auch nach diesem Eingriff, der üblicherweise zwischen dem 1. und 3. Lebensjahr erfolgt, sind Dehnbehandlungen und wiederholte Kontrollen erforderlich, um auszuschließen, dass es zu einer erneuten Fehlstellung kommt.

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