Warum ist Durchfall bei Kindern häufiger und gefährlicher als bei Erwachsenen?

Dass Kinder im Vergleich zu Erwachsenen recht häufig an einer Durchfallperiode leiden (im Schnitt zweimal pro Jahr), liegt vor allem daran, dass sie gegenüber Viren und Bakterien noch weniger geschützt sind. Das Immunsystem ist noch nicht voll ausgereift und vor allem hat man mit vielen der üblichen Verdächtigen noch keine Bekanntschaft gemacht. Ein Stamm Rotaviren aber, häufig verantwortlich für Durchfallerkrankungen beim Kind, wird erst dann effektiv abgewehrt, wenn die Abwehrzellen auf diesen Erreger trainiert sind: sprich, nach der ersten durchgemachten Erkrankung (oder, künstlich nachgeholfen, nach einer Impfung).

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Das gilt aber nicht nur für Rotaviren, das gilt auch für Noroviren, E.-coli-Bakterien oder andere der gängigen Durchfallerreger.

Darm gibt sogar aktiv Wasser ab

Gefährlich ist Durchfall bei Kindern vor allem wegen des Verlustes an Flüssigkeit und Mineralien. Denn bei einem Durchfall werden nicht nur viele der aufgenommenen Speisen und Getränke praktisch nicht mehr verarbeitet und resorbiert. Es gehen zusätzlich auch noch Wasser und Mineralstoffe aktiv verloren. Denn die entzündete Darmschleimhaut reagiert auf die Krisensituation mit der Produktion und Ausschüttung von Schleim und mit der Abschilferung von Zellen.

Bei einem Kind, das einen viel höheren Flüssigkeitsanteil hat (und benötigt) als Erwachsene, kann das sehr schnell ernste Folgen haben. Deshalb gilt: Unbedingt für reichlich Flüssigkeitszufuhr sorgen und bei den leisesten Anzeichen einer Austrocknung zur Sicherheit sofort zum Arzt.

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Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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