Gluten-Unverträglichkeit: Wenn Brot krank macht

Weizen - Gluten UnverträglichkeitDie Beschwerden reichen von -Bauchschmerzen bis zu Problemen an der Haut. Ursache ist eine Gluten-Unverträglichkeit. Ökotrophologin Ute Körner beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Was ist Gluten überhaupt?

Gluten ist ein Kleber-Eiweiß, das vor allem in Getreiden wie Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste oder handelsüblichem Hafer steckt, aus denen beispielsweise Brot und Nudeln hergestellt werden.

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Was ist Gluten überhaupt?

Auch Babynahrung oder industriell verarbeitete Produkte wie Fertiggerichte, Fruchtjoghurts, Schokolade oder Wurst können Gluten enthalten. Die Kleber-Eiweiße werden bei der Herstellung hauptsächlich als Bindemittel genutzt.

Warum kann Gluten dem Körper Probleme bereiten?

Im Darm wird die Nahrung in ihre Bestandteile zerlegt, damit der Körper sie verwerten kann. Maßgeblich dafür ist die Dünndarmschleimhaut, die die Nährstoffe aus der Nahrung an den Körper weiterleitet. Im menschlichen Darm wird Gluten aufgrund fehlender Enzyme nur unvollständig verdaut, sodass die verbleibenden Abbauprodukte eine Gluten-Unverträglichkeit auslösen können. Das kann bei einer Zöliakie sogar zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut und damit zu einer Störung bei der Aufnahme von Nährstoffen führen. Im schlimmsten Fall kann es so zu schwerwiegenden Mangel-Erscheinungen kommen.

Welche Symptome sind typisch?

Die Anzeichen für eine Gluten-Unverträglichkeit sind vielfältig und hängen von der jeweiligen Art der Unverträglichkeit ab. Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall können bei allen Formen vorkommen.

Worin besteht der Unterschied zwischen Zöliakie, Weizenallergie und Gluten-Sensitivity?

Zöliakie ist eine Autoimmun-Erkrankung des Magen-Darm-Trakts. Durch den Kontakt mit Gluten bildet der Körper Antikörper, die sich gegen das eigene Gewebe richten und zur Zerstörung der Darmzotten führen. Die Folge ist eine chronische Entzündung der Dünndarm-Schleimhaut. Ähnlich verhält es sich bei einer Weizenallergie. Hier werden ebenfalls Antikörper gebildet, die sich jedoch gegen bestimmte Allergene im Weizen richten. Eine Gluten-Sensitivity ist anzunehmen, wenn sich die Symptome unter Gluten-freier Diät bessern und bei kontrollierter Gluten-Zufuhr deutlich zunehmen. Der entscheidende Unterschied: Menschen, die unter Zöliakie leiden, müssen lebenslang komplett auf Gluten verzichten. Das gilt schon für Spuren von Gluten, da sie ihren Darm sonst nachhaltig schädigen und schwerste Mangelerscheinungen entwickeln können. Menschen mit Gluten-Sensitivity dagegen schädigen ihren Darm nach derzeitigem Kenntnisstand nicht und vertragen unter Umständen sogar eine Gluten-arme Ernährung. Das muss aber von Fall zu Fall entschieden werden.

Wie kann man sich Gluten-frei ernähren?

Mittlerweile gibt es ein breites Produkt-Angebot, sodass Betroffene nicht auf Brot oder Nudeln verzichten müssen. Zunehmend bieten auch Restaurants Gluten-freie Gerichte an.

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