Was sind die Ursachen der Zöliakie?

Im Zentrum der Ursachenforschung bei der Zöliakie steht vor allem die genetische Veranlagung, für die das familiär gehäufte Vorkommen spricht.

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Auch die hohe Korrelation mit einer bestimmten Konfiguration der vererbten HLA-Proteine (Human Leukocyte Antigen) weist auf genetische Ursachen. Diese HLA-Proteine sind eine individuelle „Signatur“ der Körperzellen und als Gewebsantigene für die Unterscheidung zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen durch das Immunsystem von zentraler Bedeutung.

Tatsächlich kommt es bei der Zöliakie durch eine Kombination von allergischen und autoaggressiven Reaktionen des Immunsystems zu einer chronisch verlaufenden Entzündung der Darmschleimhaut. Im Blut der Betroffenen sind spezifische Antikörper gegen Gluten-Bestandteile einerseits und körpereigene Strukturen andererseits nachweisbar. Allerdings wurde in Screening-Untersuchungen festgestellt, dass es nur bei einem Teil von Antikörperträgern zu einem (erkannten) Ausbruch von Symptomen kommt.

Warum jeweils nur ein Teil der Menschen mit erblicher Veranlagung und/oder spezifischen Antikörpern im Blut an Zöliakie erkrankt und der andere nicht, ist nach wie vor unklar. Deshalb werden noch zahlreiche andere Faktoren als Krankheitsauslöser diskutiert. Dazu zählen Infektionen sowie ein möglicher Enzymdefekt in der Dünndarmschleimhaut, die infolgedessen durch giftige Substanzen angegriffen und zerstört werden könnte.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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