Wie wahrscheinlich ist es, dass mein Kind an einer Laktoseintoleranz leidet?

Wenn Ihr Kind häufig über Bauchweh klagt und keine Milch verträgt, liegt der Verdacht einer Milchzuckerunverträglichkeit nahe. Die für Deutschland angegebene Häufigkeit der Laktoseintoleranz liegt bei 10-15%.

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Vor dem Schulalter ist kaum mit dem Auftreten von Symptomen zu rechnen. Wenngleich auch Kinder an einer Laktoseunverträglichkeit leiden können, ist dieses Phänomen eigentlich eher ein Problem der späteren Lebensphasen. Schuld daran ist die mit zunehmendem Alter abnehmende Aktivität des milchzuckerspaltenden Enzyms Laktase. Viel häufiger als in unseren Breitengraden ist dies bei asiatischen und afrikanischen Populationen der Fall, bei denen die Enzymaktivität überwiegend bereits nach dem Abstillen endet.

Einige wenige Säuglinge leider unter einer vorübergehenden Laktoseintoleranz, meistens bedingt durch eine noch unvollständig ausgebildete Darmschleimhaut. Spätestens nach dem ersten Lebensjahr ist dieses Problem in der Regel wieder verschwunden.

Ein kompletter Enzymmangel von Geburt an ist glücklicherweise extrem selten. Er äußert sich ebenfalls bereits im Säuglingsalter. Die Symptomatik ist wesentlich heftiger und bedroht das Kind mit schweren Durchfällen und Entwicklungsstörungen bis hin zur Hirnschädigung.

Neben diesen primären Formen des Laktasemangels kann es aufgrund einer anderen Erkrankung mit Schädigung der Darmschleimhaut (z.B. Dünndarmentzündung oder Zöliakie) auch zu einer sekundären Milchzuckerunverträglichkeit kommen. Sie bildet sich wieder zurück, wenn die Grundkrankheit abgeheilt ist.

Zur Abklärung des Verdachts auf Milchzuckerunverträglichkeit sollten Sie bei anhaltenden Beschwerden mit Ihrem Nachwuchs den Kinderarzt aufsuchen und einen entsprechenden Test durchführen lassen.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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