Was ist eine Laktoseintoleranz?

Die im Medizinerlatein Laktoseintoleranz genannte Milchzuckerunverträglichkeit beruht auf einem angeborenen oder erworbenen Mangel des Enzyms Laktase. Dadurch gelangt der ungespaltene Milchzucker (Laktose) vom Dünndarm, wo er eigentlich hätte zerlegt und resorbiert werden sollen, unverdaut in den Dickdarm.

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Dort werden die Zuckermoleküle von Bakterien aufgenommen und zu Milchsäure, Essigsäure und verschiedenen Gasen (z.B. Methan und Kohlendioxid) vergoren, die die typischen Unverträglichkeitsbeschwerden mit Blähungen, Völlegefühl und kolikartigen Bauchschmerzen verursachen. Da die unverdaute Laktose Wasser im Darm bindet, kommt es zu akuten, manchmal auch blutigen Durchfällen.

Die Ausprägung und Heftigkeit der Symptome ist individuell unterschiedlich und hängt u.a. von der aufgenommenen Laktosemenge und dem Ausmaß des Enzymmangels ab. Nur etwa die Hälfte der Betroffenen hat tatsächlich Beschwerden. Zudem besteht die Unverträglichkeit selten zu 100%, so dass kleinere Mengen Milchzucker von vielen Menschen mit Laktoseintoleranz noch vertragen werden können.

Weltweit betrachtet stellt die Laktoseintoleranz nach dem Kleinkindalter gegenüber dem evolutionsbiologisch jüngeren Phänomen der lebenslangen Laktosetoleranz den Normalfall dar. In unserem Kulturkreis betrifft sie allerdings nur etwa 10-20% der Bevölkerung. Durch (überwiegende) Meidung milchzuckerhaltiger Nahrungsmittel, ggf. auch durch Zusatz von Laktase lassen sich die Beschwerden umgehen.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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