Antidepressiva während der Schwangerschaft: Gefahr für Lungenhochdruck bei den Kindern

Eigentlich sollten Schwangere möglichst gar keine Medikamente nehmen, raten Frauenärzte. Doch insbesondere bei chronischen Erkrankungen, wie es bei psychischen Erkrankungen der Fall sein kann, lässt sich das kaum vermeiden. Eine Studie belegt nun, dass die Einnahme von Antidepressiva das Risiko erhöht, dass die Neugeborenen an Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) erkranken. Betroffen davon sind allerdings nur wenige.

Unsere 10 wichtigsten Tipps zur Schwangerschaft

weiterlesen...

Antidepressiva-Einnahme: Doppelt so viele Fälle an Lungenhochdruck

Für die in Skandinavien durchgeführte Studie wurden über 1,6 Millionen Kinder der Jahrgänge 1996 bis 2007 untersucht. Bei 1.899 von ihnen gab es die Diagnose Lungenhochdruck. Das bedeutet einen Anteil von 0,11%. Hinter der Bezeichnung Lungenhochdruck verbirgt sich ein zu hoher (und gefährlicher) Blutdruck in den Lungengefäßen.

Bei den 11.014 Müttern, die im Spätstadium der Schwangerschaft Antidepressiva eingenommen hatten, wurden 33 Babies mit Lungenhochdruck gezählt, das sind 0,2%. Und bei den 17.053 Müttern, die diese Medikamente im Frühstadium der Schwangerschaft verwendet hatten, lag die Zahl der erkrankten Neugeborenen bei 32, das sind 0,19%.

Die Wissenschaftler beruhigen nun, dass die Gefahr für Lungenhochdruck bei Neugeborenen mit drei Fällen pro 1.000 Schwangerschaften grundsätzlich gering sei. Weil sich unter der Einnahme von Antidepressiva diese Zahl fast verdoppelt, raten sie jedoch zu einem vorsichtigen Umgang mit den Medikamenten.

WANC 16.01.2011
Quelle: BMJ, doi: 10.1136/bmj.d8012

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Depression finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Depression



Anzeigen