Neuer Therapie-Ansatz gegen das Medulloblastom

Ein Medulloblastom ist ein Hirntumor, der am häufigsten im Kindesalter auftritt. Der Tumor wird derzeit mit Operation, Chemo- und Strahlentherapie behandelt. Doch diese Behandlungsansätze sind meist mit schweren Nebenwirkungen verbunden. Nun haben Wissenschaftler der Ludwig-Maxmimilians-Universität in München einen Weg gefunden, das Tumorwachstum mit Medikamenten zu unterdrücken.

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Das Fox-Eiweiß auf "Aus" stellen

Die neue Therapieoption wird durch die Entdeckung eröffnet, dass ein Medulloblastom ähnlich wie andere Krebsarten ein spezielles Eiweiß – in diesem Fall nennt es sich FoxM1 – benötigt, um zu wachsen. Normalerweise steuert dieses Eiweiß das Zellwachstum und schaltet dazu Gene nach Bedarf an und wieder aus. Beim Medulloblastom bleibt der Schalter immer "an", das Eiweiß arbeitet also ständig und fördert so das krankhafte Wachstum des Tumors.

Bei der neuen Therapie hindert ein Medikament FoxM1 daran, ständig aktiv zu sein. Damit lässt sich ein Ausbreiten des Tumors stoppen. Das Arzneimittel blockiert das Eiweiß aber nur in Krebs- und nicht in gesunden Zellen, haben die Wissenschaftler beobachtet. Das lässt die Hoffnung zu, dass auf diesem Weg Medulloblastome sogar gezielt zerstört werden können.

Bis diese Behandlung allerdings bei Menschen angewendet werden kann, müssen noch weitere Studien erfolgen. Schon jetzt kann die Bestimmung von FoxM1 aber eingesetzt werden, um die Agressivität eines Medulloblastoms zu bestimmen.

WANC 05.01.2012
Quelle: Clinical Cancer Research (doi:10.1158/1078-0432.CCR-11-1214)

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