ADHS: Nicht nur eine Krankheit der Kinder?

ADHS – die Aufmerksamkeitsdefizit- oder Hyperaktivitätsstörung und umgangssprachlich Zappelphilipp-Syndrom genannt – ist eine psychische Störung. Bisher sagt man, dass ADHS eine Krankheit ist, die vor allem Kinder betrifft. Doch das stimmt scheinbar nicht. Auch Erwachsene können unter ADHS leiden.

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Richtig ist, dass ADHS meist in der Jugend erworben wird, erläutert Prof. Johannes Thome, Psychiater vom Universitätklinikum Rostock, Doch bei etwa einem Drittel der Patienten bleibt ADHS auch über das 18. Lebensjahr hinaus bestehen. Thome geht davon aus, dass 3% bis 5% der Erwachsenen davon betroffen sind.

Stimmungslabile Nachtschwärmer: Steckt eine ADHS dahinter

Für die ist die psychische Störung eine Qual. Sie leiden unter einem gestörten 24-Stunden-Rhythmus, was bedeutet, dass sie wenig schlafen und deshalb morgens bereits müde sind. Viele von ihnen sind Nachtschwärmer. Tagsüber haben sie erhebliche Konzentrationsprobleme und Schwierigkeiten in Beruf und Privatleben. Sie verpassen Termine, unterliegen Stimmungsschwankungen – sind überaktiv und impulsiv - und greifen nicht selten zu Alkohol.

Bisher gibt es für diese Patienten kaum eine angemessene Diagnostik und Therapie, bemängelt Thome. Das soll sich ändern, denn der Arzt will genetische, zelluläre sowie molekulare Veränderungen bei erwachsenen ADHS-Kranken untersuchen, um neue Therapieansätze zu finden.

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nmerkung der Redaktion:

Wir wollen nicht ungesagt lassen, dass die ADHS bei Kindern von nicht wenigen Experten für künstlich aufgebauscht gehalten wird. Passiert jetzt ähnliches bei Erwachsenen? Haben wirklich 3% bis 5% von uns eine ADHS?


WANC 02.12.2011
Quelle: Molecular Psychiatry, Universität Rostock

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