Psychisch kranke Kinder: immer mehr und immer schlechter versorgt

Etwa 20% aller Kinder und Jugendlichen sind psychisch auffällig und zusätzlich weitere 10% zeigen psychosomatische Symptome. Aber die meisten werden nicht behandelt, weil in den Praxen so lange Wartezeiten an der Tagesordnung sind. Das sagt zumindest ein führender Kinderpsychiater. Aber stimmt das?

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Zahl der Behandlungsplätze: ein Notstand

Professor Michael Schulte-Markwort, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, warnt vor einer gravierenden Unterversorgung der psychisch kranken Kinder. Die Zahl der therapeutischen Einrichtungen decke bei weitem nicht die Häufigkeit von psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die nach seiner Einschätzung im übrigen während der vergangenen 30 Jahre stark zugenommen hat.

Schulte-Markwort geht derzeit von etwa 5 Millionen Kindern und Jugendlichen aus, die psychiatrische Probleme haben. Rund die Hälfte von ihnen, also 2,5 Millionen bundesweit, bräuchten medizinische Hilfe. Es gäbe aber nur 640 niedergelassene Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und zusätzlich 2.500 psychologische Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, die keine Zulassung für eine medikamentöse Behandlung haben.

Anmerkung der Redaktion:

Wir fragen uns schon ein bisschen, wie Herr Schulte-Markwort auf solche immens hohen Zahlen kommt bzw. wer dann für ihn alles als "krank" gilt. Dass psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen zugenommen haben, glauben wir sofort. Aber 5 Millionen betroffene Kinder und Jugendliche? Findet hier Lobby-Arbeit für einen unterversorgten Berufsstand statt? Das erinnert ein wenig an die Autowerkstätten, für die es nicht-reparaturbedürftige Autos nicht gibt. Oder sind wir nur naiv und Kinderpsychiater sehen einfach mehr?

Autoren: WANC/, 15.03.07

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