Hörschäden bei Neugeborenen werden oft zu spät erkannt

Wenn bei Neugeborenen das Hörvermögen beeinträchtigt ist, wird das oft zu spät erkannt. Denn es fehlt an flächendeckenden Routine-Hörtests direkt nach der Geburt. Darauf machte jetzt Professor Dr. Ute Pröschel von der Universitätsklinik Heidelberg aufmerksam.

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Mögliche Ursachen von Hörstörungen bei Neugeborenen

Von 1.000 Neugeborenen kommen etwa 1-2 Kinder mit Hörstörungen zur Welt. Mögliche Ursachen sind:

  • genetische Erkrankungen
  • Röteln der Mutter während der Schwangerschaft
  • Frühgeburt mit Unreife des Gehörsinns
  • starker Sauerstoffmangel während der Geburt

Werden solche Hörstörungen frühzeitig erkannt, kann durch geeignete Behandlungsmethoden in der Regel noch viel erreicht werden. Entweder durch Heilung der verursachenden Erkrankung oder durch den Einsatz von Hörgeräten. Die können extrem wichtig sein, um die Sprachentwicklung der Kinder nicht zu beeinträchtigen. Darin nämlich besteht die Hauptgefahr für hörgeschädigte Kinder.

Flächendeckendes Screening gefordert

Im Mittel werden Hörprobleme von Neugeborenen aber erst im dritten Lebensjahr entdeckt, berichtet Pröschel. Dann haben sich Entwicklungsverzögerungen im Sprachvermögen und damit auch in der geistigen Reife oft schon so verfestigt, dass eine Behandlung sehr viel schwieriger ist. Und deshalb eben ist das Neugeborenen-Screening mit einem Hörtest so wichtig. Aber ein solches Screening wird flächendeckend derzeit nur in wenigen Bundesländern wie Hamburg oder dem Saarland durchgeführt. Pröschel fordert, diesen Test als Standard in allen Geburtskliniken anzubieten.

Autoren: WANC/, 10.06.05

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