Zeckenstich bei Kindern oft am Kopf

Zecken machen keinen großen Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen. Sie mögen beide. Aber bei Kindern finden sich Zeckenbisse häufiger am Kopf und Hals, bei Erwachsenen dagegen häufiger an Rumpf und Beinen.

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Die verbreitete Annahme, dass Zecken von Bäumen fallen, ist übrigens nicht ganz richtig. Eigentlich fallen sie eher aus Büschen oder sogar aus dem Unterholz. Bis zu einer Höhe von 1,5 Meter sind Zecken in der Natur anzutreffen, darüber eher selten.

Kinder häufiger in Zecken-Gefilden unterwegs

Und daraus erklärt sich auch, warum Kinder eher im oberen Körperabschnitt und Erwachsene eher in den südlichen Körperbereichen gebissen werden. 37% aller Zeckenbisse bei Kindern finden sich am Kopf, weitere 10% am Hals. Bei Erwachsenen kommen solche hoch gelegenen Stellen meist nur dann vor, wenn sie durchs Unterholz robben (Gartenarbeit!).

Wichtig ist dieser Unterschied vor allem für Eltern. Kinder sind aufgrund ihrer Aktivitäten naturgemäß wesentlich gefährdeter, von einer Zecke gebissen zu werden. Sie halten sich in der Regel mehr in der Natur auf als wir Erwachsenen und sie schrecken auch vor dem Kriechen im Unterholz nicht zurück. Das sollen sie auch nicht, dennoch lohnt sich nach ausgedehntem Spielen in der Natur oder im Garten (im Frühjahr und Sommer) immer ein gründlicher Blick auf die Haut. Und dazu gehört dann auch eine Inspektion des Kopfes.

Gefahren: FSME und Borreliose

Zeckenbisse sind zwar meistens harmlos. Aber manchmal können sie auch eine Erkrankung nach sich ziehen. Dann nämlich, wenn die Zecken selbst infiziert waren. In Zahlen: Jedes Jahr erkranken etwa 300 Menschen in Deutschland an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und bis zu 100.000 an Borreliose. Beide Erkrankunegn werden durch Zecken übertragen. Die FSME ist in Süddeutschland häufiger, die Borreliose ist bundesweit ein Thema. Während man sich gegen FSME impfen lassen kann, gibt es gegen die Borreliose keine Impfung. Die Infektion mit Borrelien kann (aber muss nicht) neben Hauterscheinungen auch zu Gelenkbeschwerden und schweren neurologischen Schäden führen.

Zecken fachmännisch entfernen

Fazit: Auch wenn die Gefahr einer Erkrankung insgesamt gering ist – wenn Ihre Kinder im Sommer draußen im Buschwerk spielen, sollten sie lieber immer langärmelige Kleidung anziehen. Und wenn sie dann nach Hause kommen, begutachten Sie zur Sicherheit die Haut. Klar ist aber auch: Ganz verhindern kann man dieses Risiko einfach nicht.

Wenn Sie eine Zecke entdecken, entfernen Sie die entweder mit einer Zeckenzange selbst oder wenn Sie keine Erfahrung damit haben, suchen Sie einen Dermatologen auf. Der Hausarzt kann das aber meistens auch. Und sagen Sie Ihren Kindern, sie sollen Zecken nicht selbst abreißen. Denn eine sauber rausgedrehte Zecke reduziert das Risiko für eine Infektion.

Autore: , 29.04.05

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