Allergien: Härtet Dreck wirklich ab?

Schützt das Spielen im Dreck vor Allergien und Neurodermitis? Stimmt es, dass zu viel Hygiene unsere Kinder eher krank macht. Dänische Wissenschaftler gingen der Frage nach – und kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen.

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Die Hygiene-These

Seit Jahren wird darüber spekuliert, warum Kinder in hochentwickelten Industriestaaten viel häufiger an Allergien und Neurodermitis erkranken als in ärmeren Ländern. Und das bei zunehmender Tendenz. Eine der gängigsten Erklärungsansätze ist die sogenannte Hygiene-These. Die besagt, dass Kinder, die von Anfang an viel mit Schmutz, Tieren und anderen Kindern in Kontakt kommen, damit ihr Immunsystem trainieren. Und deswegen seltener an Überempfindlichkeitsreaktionen wie Allergien leiden. Dass also zu viel Hygiene gar nicht gut tut.

In der dänischen Studie wurden 24.000 Kinder im Alter von 6 bis 18 Monaten auf diese Frage hin untersucht und beobachtet. Das Ergebnis: Kinder, die mit älteren Geschwistern oder mit Haustieren aufwachsen, die frühzeitig in die Kita kommen oder auf einem Bauernhof leben, erkranken signifikant seltener an Allergien und Neurodermitis. Das ist eine klare Bestätigung der Hygiene-These.

Infektionen erhöhen Neurodermitis-Risiko

Aber es gibt auch eine widersprüchliche Beobachtung: Kinder, die bereits im Kleinkindalter mehrere Infektionen bekommen, zum Beispiel Erkältungen, Durchfall oder eine Mittelohrentzündung, erkranken in der Folge häufiger an einer Neurodermitis. Und die ist ja auch so etwas wie eine Allergie.

Tut der frühzeitige Bakterien- und Virenkontakt also doch nicht gut? Sind "Feindkontakte" im frühen Kindesalter nur solange schützend, solange daraus kein fulminanter Infekt wird? Die Antwort bleibt uns die Wissenschaft bis auf weiteres schuldig. Zumindest aber ist klar: Je mehr Kontakt zu anderen Kindern und Tieren, um so besser.

Autoren: WANC/, 07.07.04
Quelle: British Medical Journal

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Allergie finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Allergie

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