Ist die radioaktive Belastung von Fischen aus der Unglücksregion in Japan zu befürchten?

Prinzipiell ja. Denn zum einen weht der Wind die radioaktiven Partikel vom atomaren Unfallort Fukushima in Richtung Pazifik, wo es durch Abregnen zur Verseuchung des Meereswassers kommen kann. Zum anderen ist ein Riss im Bereich eines Reaktorgebäudes für das Abfließen von radioaktiv verseuchtem Wasser in den Pazifik verantwortlich.

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Die radioaktive Belastung im Seegebiet rund um das havarierte Kraftwerk ist auf das Vieltausendfache der erlaubten Werte angestiegen.

Zunächst wird das Plankton, später werden Algen und Muscheln mit radioaktivem Cäsium belastet und nach einigen Wochen voraussichtlich auch Meeresfische. Über die definitive Höhe der Kontamination und die davon ausgehenden Gesundheitsgefahren beim Verzehr der Meeresprodukte lassen sich noch keine konkreten Aussagen treffen. Die zulässigen Höchstgrenzwerte für bestimmte Produkte (z.B. Fischöl, Gewürze) aus Japan wurden in der Europäischen Union übrigens per Eilverordnung (297/2011 vom 27. März 2011) deutlich heraufgesetzt. Zwar gibt es für uns derzeit (noch) keinen Anlass zur Sorge über hochbelastete japanische Produkte im Handel – wirklich vertrauensbildend wirkt diese Maßnahme allerdings nicht gerade.

Welche Fische kommen aus Japan?

Wie auf der interaktiven Fanggebietskarte (http://www.fischverband.de/faokarte/) des deutschen Fischindustrieverbandes zu sehen ist, handelt es sich im für Japan relevanten Fanggebiet 61 (Nordwestpazifik) hauptsächlich um folgende Fischarten:

  • Alaska-Seelachs (Pazifischer Pollack, Theragra chalcogramma)
  • Pazifik-Dorsch (Gadus macrocephalus)
  • Wildlachs (Salmo salar, Oncorhynchus spp.)
  • Pazifische Kliesche (Limanda aspera)
  • Pazifische Scholle (Lepidopsetta bilineata)
  • Seeteufel (Lophius piscatorius und. L. budegassa)

Momentaner Vorteil und Hoffnung für die japanische Fischereiflotte: Die Hauptfanggründe liegen vorwiegend im Ochotskischen Meer und in der Beeringsee – ein gutes Stück nördlich von Japan und entfernt vom vermutlich radioaktiv betroffenen Pazifikgebiet. Wie hoch die Belastung der japanischen Fischereiprodukte letztendlich sein wird, bleibt abzuwarten. Was in den Tagen unmittelbar nach dem Unglück in den Tiefkühltruhen der Supermärkte liegt, stammt jedenfalls noch aus der unbelasteten Zeit vor dem atomaren Ernstfall.

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