Wie wird die Operation bei Eierstockkrebs durchgeführt?

Zur Durchführung der Operation bei Eierstockkrebs gibt es klare Empfehlungen seitens der Experten, die in einer Behandlungsleitlinie festgehalten sind. Dieser Eingriff ist eine Angelegenheit für Spezialisten. Er sollte von einem erfahrenen Gynäkoonkologen – einem auf Krebserkrankungen spezialisierten Frauenarzt – geleitet und in einem darauf spezialisierten Zentrum durchgeführt werden.

Ziel der Operation ist die vollständige Entfernung des Tumors. Dann kann auch in einem fortgeschrittenen Krebsstadium noch mit einer Heilung gerechnet werden.

Nur im Frühstadium kommt – zumindest aus medizinischer Sicht – ein vergleichsweise schonender Eingriff in Frage: eine Entfernung des Tumors im Rahmen einer Bauchspiegelung (Schlüsselloch-Technik). Sobald der Eierstockkrebs etwas weiter fortgeschritten ist, wird eine offene Bauchoperation als notwendig angesehen.

Empfohlene Operationsschritte bei Eierstockkrebs

So, nun wird es etwas blutig, bitte nur weiterlesen, wenn Ihnen das nichts ausmacht. Die empfohlenen Operationsschritte sehen im Einzelnen so aus:

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  • Der Bauch wird über einen Längsschnitt vom Schambein bis zum Brustbein eröffnet (Längsschnittlaparotomie), um genügend Platz für die gründliche und möglichst komplikationsarme Durchführung der folgenden Maßnahmen zu haben.
  • Die gesamte Bauchhöhle wird angeschaut und abgetastet. Zu den zu begutachtenden Strukturen zählen u.a.: Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter, Zwerchfellkuppeln, Leberoberfläche, Gallenblase, Milz, Magen, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Bauchnetz, Bauchfell, Dünndarm, Dickdarm und Lymphknoten.
  • Es erfolgt eine Probennahme aus dem Bauchwasser zur Untersuchung auf Krebszellen im Labor.
  • An allen auffälligen Stellen werden Gewebeproben für die feingewebliche Untersuchung entnommen (Histologie).
  • Auch aus scheinbar unauffälligen Regionen des Bauchfells werden Gewebeproben entnommen.
  • Beide Eierstöcke und beide Eileiter werden entfernt (Adnexexstirpation).
  • Die Gebärmutter wird entnommen (Hysterektomie).
  • Das Bauchnetz, eine große Gewebeschürze über den Eingeweiden, wird entfernt (Omentektomie).
  • Erscheint der Tumortyp in einer bestimmten Form (muzinös) oder unklar, wird auch der Blinddarm entfernt (Appendektomie).
  • Die Lymphknoten werden entlang der Beckengefäße und der großen Bauchgefäße ebenfalls entfernt (Lymphadenektomie). Auf diesen Schritt wird meist verzichtet, wenn sich nicht alle Krebsherde im Bauchraum entfernen lassen.

Sind weitere Organteile oder Gewebestrukturen, wie etwa Darmabschnitte oder Bauchfell, vom Tumor befallen, werden auch diese entfernt, sofern möglich.

Da sich das endgültige Ausmaß der Operation erst während des Eingriffs ergibt, müssen alle Eventualitäten vorher mit Ihnen besprochen werden. Aus dem gleichen Grund ist es auch wichtig, bereits vor der OP sicherzustellen, dass Spezialisten aus weiteren Fachrichtungen (z.B. Chirurgie, Urologie) hinzugezogen werden können. Ein solches interdisziplinäres Vorgehen macht einen optimalen Behandlungserfolg wahrscheinlicher.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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