Wo entstehen bei Eierstockkrebs am häufigsten Metastasen?

Wenn sich beim Eierstockkrebs Metastasen bilden, dann am ehesten in räumlicher Nähe zu den Eierstöcken und relativ selten in entfernteren Organen. Wenn der Tumor nicht rechtzeitig entdeckt wird, breitet er sich dabei zunächst über die Geschlechtsorgane (Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter) im Becken und in der Bauchhöhle aus.

Zu Metastasen im eigentlichen Sinne kommt es über eine Ausschwemmung von Tumorzellen über die Bauchhöhlenflüssigkeit und über die Lymphbahnen. Durch die Bauchhöhlenflüssigkeit können die Tumorzellen verstreut werden und siedeln sich dann am häufigsten am Bauchfell und am Zwerchfell ab. Außerdem verbreitet sich der Eierstockkrebs über das Lymphsystem entlang von Becken- und Bauchgefäßen sowie dem Mutterband im Leistenbereich.

Fernmetastasen nur in sehr fortgeschrittenen Fällen

Eine Ausbreitung über die Blutbahn ist im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen eher selten. Das erklärt die räumliche Nähe der Streuherde.

Mit zunehmendem Fortschreiten der Krebserkrankung können sich weitere Tumorherde in den Lymphknoten, am Bauchnetz und an der Oberfläche von  Bauchorganen wie Leber, Gallenblase, Milz, Magen, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Dünndarm und Dickdarm finden. In stark fortgeschrittenen Stadien finden sich Metastasen dann auch im Inneren der Organe. Über den Lymph- oder Blutweg können in einem solchen fall auch jenseits der Bauchhöhle weitere Fernmetastasen z.B. in der Lunge entstehen.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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