Wann ist eine Chemotherapie bei Eierstockkrebs sinnvoll?

Die Operation gilt als erste Säule der Behandlung von Eierstockkrebs, die Chemotherapie als zweite Säule im Anschluss. In den meisten Fällen wird sie als sinnvoll und notwendig erachtet, um nach der Operation im Körper eventuell verbliebene Krebszellen, Tumorreste und Metastasen einzudämmen.

Letztlich soll mit einer Chemotherapie Ihre Überlebensaussicht zusätzlich verbessert oder zumindest der Krankheitsverlauf verlangsamt werden. Da der Eierstockkrebs im Unterschied zu manch anderen Krebsformen empfindlich auf zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) reagiert, ist die unterstützende (adjuvante) Chemotherapie hier ein geeignetes Verfahren.

Chemotherapie im Anschluss an die Operation wird in den meisten Fällen empfohlen

Nur in der allerersten Frühphase, dem FIGO-Stadium IA Grad 1, wird von Expertenseite keine Chemotherapie empfohlen. In diesem Fall ist der Tumor nur auf einen der beiden Eierstöcke oder Eileiter begrenzt, die Organkapsel ist intakt und auf der Oberfläche der Strukturen kein Tumorgeschehen erkennbar. Für weiter fortgeschrittene Krebsfälle mit örtlicher Begrenzung konnte ein Vorteil durch eine platinhaltige Chemotherapie nachgewiesen werden. In konkreten Zahlen: 5 Jahre nach der Diagnosestellung lebten von jeweils 100 Frauen nach einer Chemotherapie-Behandlung noch 82, ohne eine solche noch 75 Frauen.

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Mit höheren Tumorstadien nimmt tendenziell auch der Überlebensvorteil durch die Chemotherapie gegenüber einer Nichtbehandlung zu. Allerdings sind die Heilungschancen im Allgemeinen umso schlechter, je später der Eierstockkrebs entdeckt wird.

Start etwa sechs Wochen nach Op

Im Regelfall startet die Chemotherapie innerhalb der ersten 6 Wochen nach der Operation. Im Gegensatz zu den offiziellen Leitlinienempfehlung gibt es aber auch Ärzte, die eine Chemotherapie vor der Operation für sinnvoller halten, um die Tumormasse zu verkleinern und ihre Entfernung zu erleichtern. Außerdem könnte dadurch das Risiko einer Streuung von Tumorzellen durch den operativen Eingriff vermindert werden. Sicher haben beide Vorgehensweisen ihre Vor- und Nachteile. Sprechen Sie die Alternativen ggf. gründlich mit Ihrem behandelnden Arzt durch.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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