Mehr Typ-2-Diabetes in den neuen Bundesländern

Diabetes II - Type-2-DiabetesZucker: Auch 25 Jahre nach dem Mauerfall bestehen noch Gesundheitsunterschiede. Das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, hängt auch ein wenig mit dem jeweiligen Wohnort zusammen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie aus dem Kompetenznetz Diabetes mellitus des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Die Ursachen lassen sich demnach nur teilweise über individuelle Faktoren wie beispielsweise Übergewicht erklären.

  • So weist der Raum Halle mit 16,9 Neuerkrankungen pro 1.000 Personenjahre die meisten Diabetes-Neuerkrankungen auf.
  • Auch im nordöstlichen Vorpommern liegt die Rate mit 13,2 sehr hoch.
  • Der Süden Deutschlands schneidet mit dem Raum Augsburg und 9,3 Diabetes-Neuerkrankungen pro 1.000 Personenjahre am besten ab.

Gemischt stellt sich das Bild im westlichen Ruhrgebiet dar:

  • Dortmund folgt mit 16,2 Neuerkrankungen auf 1.000 Personenjahre hinter Halle auf Platz zwei.
  • In Essen/Bochum/Mülheim liegt die Rate der Diabetes-Neuerkrankungen dagegen bei 11,8.

Als wichtigster Risikofaktor erweist sich erwartungsgemäß Übergewicht beziehungsweise der Body-Mass-Index (BMI). Zudem besteht offensichtlich ein Zusammenhang zwischen strukturellen Faktoren wie Arbeitslosigkeit sowie geringerem Einkommen und dem Risiko einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Hohe Arbeitslosigkeit in einer Region erweist sich als unabhängiger Risikofaktor. Die Rolle dieser sozioökonomischen Aspekte muss jedoch noch weiter geklärt werden.

Autoren: kw/cw
Patienten Journal Reise & Gesundheit, Ausgabe 1/2015
Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft

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