Diabetes Typ 2: Wann sollte man mit Tabletten anfangen?

Entscheidend beim Diabetes ist, dass der Blutzucker gut eingestellt ist. Davon hängt alles ab. Insofern gilt die Faustregel, dass Tabletten zur Senkung des Blutzuckers (Fachbegriff: orale Antidiabetika) immer dann notwendig werden, wenn eine gute Blutzuckereinstellung mit Ernährung und körperlicher Bewegung allein nicht mehr gelingt.

Ernährung und Bewegung sind bedeutender als Tabletten

Hier liegt aber auch das Problem: Vielen Betroffenen ist eine Ernährungsumstellung, zu der ja ein Stück weit auch Verzicht gehört, einfach lästig. Und auch regelmäßige körperliche Bewegung ist nicht für jeden das helle Vergnügen. Wenn dann der innere Schweinehund gewinnt und man die gut gemeinten Empfehlungen des Arztes stillschweigend unter den Tisch fallen lässt, schießt der Blutzucker natürlich weiter in die Höhe.

Spätestens beim nächsten Blutzuckertest, der ja auch die Durchschnittswerte der letzten Wochen erfassen kann (HbA1-Wert), wird Ihnen der Arzt dann wahrscheinlich Tabletten empfehlen. Das ist auch richtig. Wenn Sie das aber zum Anlass nehmen, nun endgültig die Tipps zur Ernährung und Bewegung in den Wind zu schießen, weil ja nun schon Tabletten da sind, die das regeln, dann machen Sie einen Fehler. Und vor dem möchten wir Sie warnen.

Orale Antidiabetika "befreien" nicht von gesundem Leben

Keine Tablette dieser Welt kann bei Diabetes so viel Gutes bewirken wie eine gesunde diabetesgerechte Ernährung und viel körperliche Aktivität. Wer sich nur auf seine Diabetes-Tabletten oder später auf sein Insulin verlässt und das "gesunde Leben" vernachlässigt, verkürzt tendentiell sein Leben.

Das alles ändert selbstverständlich nichts daran, dass die meisten oralen Antidiabetika sehr gut wirken.

Autor: Ihr Dr. med. Jörg Zorn

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