Diabetes: Schadet Alogliptin (Vipidia) dem Herzen?

Das Antidiabetikum Alogliptin (Vipidia®) könnte möglicherweise das Risiko einer Herzinsuffizienz erhöhen. Bei vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist daher Vorsicht geboten.

Grundsätzlich sind sogenannte DPP-4-Hemmer wie Alogliptin recht zuverlässig und sicher. Insbesondere führen sie im Gegensatz zu anderen Medikamenten gegen Diabetes nicht zu gefährlichen Hypoglykämien (Unterzuckerung).

Wenn das Herz bereits schwächelt

In Studien gab es allerdings zum Teil Hinweise auf eine mögliche Verschlechterung der Herzfunktion. Vor allem für Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen, deren Herz ohnehin belastet ist, ist Alogliptin nicht unbedingt geeignet. Der Wirkstoff sollte daher bei einer höhergradigen Herzinsuffizenz (Herzschwäche) mit Bedacht eingesetzt werden.

Eine Studie wurde an Diabetikern mit einer zusätzlichen Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems erhoben. Außerdem litten sie an einem sogenannten akuten Koronarsyndrom. Das heißt, sie hatten bereits einen Herzinfarkt oder mussten aufgrund starker Beschwerden am Herzen stationär behandelt werden. Bei dieser speziellen Probandengruppe wurde nun beobachtet, dass sie häufiger aufgrund einer Herzschwäche ins Krankenhaus musste als die Vergleichsgruppe, die ein Scheinmedikament (Placebo) erhielt.

Ohne Vorerkrankung kein erhöhtes Risiko

Wenn Ihr Herz jedoch soweit gesund ist, spricht nichts gegen die Gabe von Vipidia®. DPP-4-Hemmer gelten grundsätzlich als kardiovaskulär sicher, wie die Ärzte sagen. Das heißt, sie schaden Herz und Gefäßen nicht. Nebenwirkungen sind vielmehr im Bereich des Magen-Darm-Traktes bekannt. Sollten Sie dennoch Beschwerden haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Anzeichen einer Herzinsuffizienz können sein:

  • Kurzatmigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Wasseransammlung in den Beinen (Ödeme)

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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