Können unter einer Insulin-Therapie Sehstörungen auftreten?

Ja. Allerdings sind diese Sehstörungen in aller Regel harmloser Natur und treten – wenn überhaupt – nur zu Beginn der Behandlung auf. Nach ein paar Wochen verschwinden sie von selbst wieder.

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Die Ursache liegt in der Verringerung der Blutzuckerwerte. Denn wenn zuvor über längere Zeit zu hohe Blutzuckerspiegel vorgelegen haben, kann sich Wasser in der Augenlinse angesammelt haben. Die Linse ist dann leicht geschwollen. Das bemerkt man nur indirekt, weil auch dadurch die Sehstärke beeinträchtigt werden kann. Wird nun durch die beginnende Insulin-Therapie der Blutzucker gesenkt, verliert auch die Augenlinse das überschüssige Wasser. Sie schwillt ab. Das wiederum verursacht wegen der Umstellung ebenfalls Sehstörungen, auch wenn man auf dem Wege in Richtung "Normalzustand" ist.

Fazit: Wenn in den ersten Wochen einer Insulin-Therapie Sehstörungen oder eine Sehschwäche auftreten, muss nicht gleich eine neue Brille her. Denn der Umstellungs-Prozess verändert das Sehen nur vorübergehend, bis sich das Gehirn dieser Veränderung im Zuckerhaushalt angepasst hat. Dennoch ist es sinnvoll, den behandelnden Arzt über die Sehstörungen zu informieren.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Ihr Dr. med. Jörg Zorn

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