Diabetes: Wie funktioniert eine kontinuierliche Blutzuckermessung (CGM)?

Wie der Name schon sagt wird bei der CGM (Continuous Glucose Monitoring) der Glukosespiegel im Blut kontinuierlich erfasst. Für manche Diabetiker kann dieses System mehr Sicherheit und Komfort bieten.

Sender, Sensor und Empfänger

Und so funktioniert das Ganze: Ein Sensor wird ins Unterhautfettgewebe am Bauch oder Oberarm eingebracht, wo er stetig den Zuckergehalt im Gewebe misst. Er muss regelmäßig (spätestens alle 7 Tage) ausgetauscht werden. Der Sensor ist mit einem Sender verbunden, der auf der Hautoberfläche befestigt wird und die Werte aufnimmt. Schließlich gibt es noch einen Empfänger. Das kann entweder ein separates Gerät, ein Smartphone oder auch die Insulinpumpe sein. Bei solchen kombinierten Systemen kann die Insulinpumpe direkt auf die Signale des Senders reagieren und bei Bedarf mehr Insulin abgeben.

Am Empfangsgerät können die Werte jederzeit abgelesen werden. Anders als mit bloßen Einzelwerten kann so das gesamte Tagesprofil und auch die Entwicklung in der Nacht verfolgt werden. So bekommen die Betroffenen einen deutlich besseren Überblick über den Verlauf ihrer Zuckerwerte.

Bei Hypoglykämien und schwer einstellbaren Diabetikern

Ein weiterer Vorteil ist die integrierte Alarmfunktion. Das Gerät kann auch den aktuellen Trend des Gewebezuckers angeben und warnt den Benutzer, wenn die Werte zu stark ansteigen oder absinken, so dass er frühzeitig gegensteuern kann.

Die kontinuierliche Glukosemessung ist daher vor allem für Menschen mit Diabetes geeignet, die die Symptome einer drohenden Unterzuckerung (Hypoglykämie) nicht bzw. zu spät erkennen. Auch bei schwer einstellbaren Zuckererkrankungen kann CGM eine Hilfe sein. Wer trotz Pumpentherapie bereits bedrohliche Hypoglykämien hatte, könnte von Systemen profitieren, die mit der Insulinpumpe verbunden sind.

Grundsätzlich ist eine kontinuierliche Glukosemessung sowohl bei Typ-1-Diabetikern als auch bei Betroffenen mit Typ-2-Diabetes geeignet, die eine intensivierte Insulintherapie erhalten.

Blutzuckermessung nach wie vor wichtig

Manchmal ist im Zusammenhang mit CGM auch von einer nichtblutigen Glukosemessung die Rede. Das stimmt allerdings insofern nicht ganz, als direkte Blutzuckermessungen parallel dazu nach wie vor nötig sind, wenn auch nicht mehr so häufig. Etwa zweimal täglich brauchen die CGM-Systeme den direkten Blutzuckerspiegel als Referenzwert, um sich neu zu kalibrieren.

Ein weiterer Schwachpunkt der Gewebszuckermessung besteht darin, dass die Glukose im Gewebe verzögert ankommt. Es kann also sein, dass das CGM-Gerät noch normale Werte anzeigt, der Blutzucker aber bereits in gefährliche Höhen oder Tiefen schnellt. Im Zweifelsfall bzw. bei ersten Anzeichen einer Unterzuckerung sollten Betroffene daher nach wie vor konventionell messen.

Insofern sind die Systeme nicht als Ersatz, sondern vielmehr als Ergänzung zu sehen, die Diabetikern den Alltag erleichtern, ihnen einen besseren Überblick über ihre Zuckerwerte und mehr Sicherheit bieten soll. Sie werden sich in den nächsten Jahren mehr und mehr etablieren und stetig weiterentwickeln.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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