Warum ist Alkohol beim Diabetes mit besonderer Vorsicht zu genießen?

Alkohol ist für Menschen mit Diabetes zwar nicht verboten, darf aber nur in Maßen zu sich genommen werden. Als tägliche Höchstmenge gelten bei Frauen 10 g Alkohol (entspricht etwa ein Achtel Liter Wein oder ein Viertel Liter Bier) und bei Männern 20 g Alkohol (ein Viertel Liter Wein oder ein halber Liter Bier).

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Warum ist es so ratsam, diese Grenzen einzuhalten und möglichst nicht jeden Tag auszureizen?

Neben seinem Zucker- und Kaloriengehalt beschäftigt der aufgenommene Alkohol vor allem die Leber. Und hält sie damit von einer ihrer anderen Aufgaben ab, nämlich als Zuckerspeicherorgan kontinuierlich den Energielieferanten Zucker ins Blut abzugeben. Die Folge ist eine drohende Unterzuckerung. Schon ab einem Blutalkoholspiegel von 0,45 Promille ist die Zuckerfreisetzung gestört. Je mehr Alkohol im Körper ist, desto stärker wird dieser Stoffwechselprozess unterdrückt. Blutzuckersenkende Medikamente oder Insulin lassen den Blutzucker noch weiter sinken.

Die Gefahren einer Unterzuckerung (Hypoglykämie), die im Extremfall zu Krampfanfällen bis hin zum Tod führen kann, werden zu allem Überfluss noch dadurch erhöht, dass das klassische "Notfall-Gegenmittel" Glukagon in diesem Fall nicht mehr sicher wirkt, weil die Leber unter Alkoholbelastung nicht mehr adäquat auf das Glukagon anspricht. Helfen tut dann im Notfall nur noch eine Injektion mit Traubenzucker.

Vor diesem Hintergrund wird dringend empfohlen, den Alkoholgenuss auf die oben beschriebenen Grenzwerte zu beschränken und am besten mit einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit zu kombinieren, weil dies die Gefahr der Unterzuckerung senkt.

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