Darf man Kindern mit Diabetes wirklich schon Insulin geben?

Man darf nicht nur, man muss sogar. Denn bei einer Diabetes-Erkrankung im Kindesalter liegt ursächlich ein absoluter Mangel an Insulin vor. Man nennt das auch Diabetes Typ 1. Das ist anders als beim Erwachsenen-Diabetes vom Typ 2, bei dem vom Körper noch Insulin produziert wird, so dass man oft noch Jahre ohne Insulin-Spritzen auskommt.

Zur Erklärung: Beim Typ-1-Diabetes von Kindern handelt es sich im Prinzip um eine Autoimmunerkrankung, die mit Ernährungsfehlern oder Übergewicht wie bei den Erwachsenen nichts zu tun hat. Es bilden sich fälschlicherweise Antikörper gegen diejenigen Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin herstellen. Diese sogenannten Beta-Zellen werden in der Folge vom eigenen Immunsystem zerstört und können kein Insulin mehr produzieren. Es kommt zu einem absoluten Insulin-Mangel, der dringend ausgeglichen werden muss. Eine Insulin-Therapie ist hier also der eindeutig richtige, und auch unverzichtbare Schritt.

Ohne Insulin geht es nicht

Kurz zum Hintergrund: Insulin ist im Körper dafür da, den Zucker der Nahrung in die Körperzellen zu führen. Dort wird er als Stoffwechselprodukt weiterverarbeitet. Ist zu wenig Insulin vorhanden, gelingt dieser Transport in die Zellen nicht mehr. Der Zucker, oder vielmehr die Glukose fehlt dann zum einen als Energieträger in den Zellen und häuft sich zum anderen im Blut an. Daraus erwachsen eine ganze Reihe an großen Gefahren, die an anderer Stelle auf diesem Portal erläutert werden.

Das Fazit aber lautet: Kinder mit Typ-1-Diabetes müssen täglich Insulin erhalten, um sie vor schweren Folgeschäden der Diabetes-Erkrankung zu schützen.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Ihr Dr. med. Jörg Zorn

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