Was bedeutet der HbA1c-Wert für das Herzinfarkt-Risiko?

Der HbA1c-Wert ist ja beim Diabetes so etwas wie der Langzeit-Blutzuckermesser. An diesem Blutwert erkennt man, wie hoch der Blutzucker im Schnitt während der vergangenen Wochen war. Und weil es beim Blutzucker letztlich vor allem darum geht, ihn dauerhaft unter Kontrolle zu halten, hat der HbA1c eine enorme Aussagekraft. Beispiel: Eine Senkung um 1 Prozentpunkt reduziert die Gefahr für einen Herzinfarkt um 14%.

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Zur Erklärung: Rechnerisch ist der HbA1c-Wert der Anteil der roten Blutkörperchen, die fest mit Zucker verbunden sind. Darin spiegelt sich der durchschnittliche Zuckergehalt im Blut. Bei einem gut eingestellten Diabetes beträgt der HbA1c etwa 5-6%.

Sterberisiko sinkt um über 20%

Liegt der Wert aber zum Beispiel bei 8%, ist also deutlich zu hoch, dann bringt allein eine 1%ige Senkung folgendes:

  • Das Risiko für einen Schlaganfall infolge des Diabetes sinkt um 12%.
  • Das Herzinfarkt-Risiko sinkt um 14%.
  • Das Risiko für chronische Schäden der Blutgefäße (mögliche Spätfolge: Nierenschaden, Erblindung) verringert sich um 37%.
  • Die Wahrscheinlichkeit für eine arterielle Verschlusskrankheit ("Schaufensterkrankheit", "offene Beine") sinkt um 43%.
  • Das Risiko, an seinem Diabetes zu sterben, sinkt um 21%.

Und das alles nur durch eine bessere Blutzuckereinstellung, gemessen mit dem HbA1c-Wert.

Autor: Ihr Dr. med. Jörg Zorn
Quelle: Stratton IM et al. BMJ 2000;321:405–412.

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