Diabetes: Mit Metformin gegen die Krebsgefahr?

Dass Diabetes Herz und Gefäße gefährden kann, ist weithin bekannt. Jetzt betonen Wissenschaftler der Universität Tübingen einmal mehr, dass bei Zuckerkranken auch das Krebsrisiko steigt. Allerdings gilt das vor allem dann, wenn der Blutzucker schlecht eingestellt ist. Man kann sich also schützen. Scheinbar auch mit der Wahl der richtigen Tabletten.

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Eine Risikoerhöhung wurde z.B. nachgewiesen für:

  • Brustkrebs
  • Darmkrebs
  • Blasenkrebs
  • Leberkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs

Allerdings muss man auch klar sagen, dass das Risiko absolut betrachtet immer noch gering ist. Im Durchschnitt liegt die Risikoerhöhung bei oben genannten Krebsarten beim 1,5-fachen im Vergleich zu Personen ohne Diabetes. Nur beim Leberzellkrebs ist das Risiko sogar um das 2,5fache erhöht.

Krebszellen profitieren von zu viel Zucker

Warum das so ist, wissen die Wissenschaftler nicht so genau. Sie vermuten aber, dass durch einen hohen Blutzuckerspiegel das Wachstum von Krebszellen unterstützt wird. Denn die benötigen für ihre Ausbreitung ganz viel Zucker. Allerdings: Auch die Behandlung mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen scheint das Krebsrisiko zu erhöhen.

Die Tübinger Ärzte sagen nun, dass gefährdete Menschen mit Diabetes mit Metformin oder dem Wirkstoff Gliclazid behandelt werden sollten. In Studien zeigten sich unter einer Metformin-Therapie günstige Effekte auf die Krebsgefahr. Metformin ist ein Medikament, das die Glukoseaufnahme in der Darmzelle verzögert und die Freisetzung von Glukose aus der Leber vermindert. Zudem wird die Insulin-Wirkung verbessert, was zu einer erhöhten Aufnahme von Zucker durch Muskel- und Fettzellen führt.

WANC 11.05.2012
Quelle: Dtsch Med Wochenschr 2012; 137: 1-5; DOI 10.1055/s-0032-1304928

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