Herzpatienten mit Diabetes: Vorteile durch höhere Blutzuckerwerte?

Für die meisten Diabetiker gilt: Ein niedriger Blutzucker erhält die Gesundheit. Doch diese Marschrichtung scheint nicht immer Vorteile zu versprechen. Wissenschaftler der University of California, Los Angeles, haben herausgefunden, dass Patienten, die gleichzeitig unter Diabetes und Herzschwäche leiden, länger leben, wenn man ihre Blutzuckerwerte nicht zu stark senkt.

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In der Studie wurden 845 Menschen, die sowohl Diabetes als auch eine chronische Herzschwäche (Herzinsuffizienz) haben, untersucht. Und zwar wurde ein Marker gemessen, der normalerweise zur Kontrolle des gut eingestellten Blutzuckers dient: glykosyliertes Hämoglobin (HbA1c). Normalerweise wird in der Diabetesbehandlung ein Wert von 7% angestrebt.

Längeres Leben mit höherem HbA1c

Doch bei ihren Kontrollen stellten die Wissenschaftler fest, dass unter den Diabetes-plus-Herzschwäche-Patienten diejenigen mit einem höheren Wert gesünder blieben. Von denjenigen, deren HbA1c-Wert über 8,6% lag, überlebten 65% ohne Zwischenfälle. Bei denen, bei denen der Wert zwischen 7,3 und 8,6% rangierte, überlebten nur 61% ohne Zwischenfälle. Mit jedem Prozentpunkt, den der HbA1c-Wert stieg, verringerte sich die Sterblichkeit um 15%.

Die Wissenschaftler mahnen nun, dass es bei Diabetes und zusätzlicher Herzschwäche besser sei, die Blutzuckerwerte nicht zu agressiv zu senken. Ihrer Meinung nach liegt der ideale HbA1c-Wert bei diesen Patienten zwischen 8,3 und 8,9%.

WANC 11.04.2012
Quelle: American Journal of Cardiology

Weitere Fragen und Antworten zu Herz- und Kreislauferkrankungen finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Herz_Gefaesse

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