Blutzuckerwerte: Sind Normwerte wirklich gesund?

Es klingt fast ein bisschen verrückt: Aber eine aktuelle Auswertung von sieben großen Studien zur Behandlung von Typ-2-Diabetes hat ergeben, dass eine Senkung der Blutzuckerwerte auf Normwerte sehr viel weniger bringt als gedacht. Die "Meta-Analyse" (mehrere Studien zusammengefasst) wurde vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vorgenommen.

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Auch bei weniger strengen Blutzuckerkriterien fast identische Ergebnisse

Insgesamt hatten an den vom IQWiG ausgewählten Studien 28.000 Patienten teilgenommen. Verglichen wurden Therapiestrategien mit Fokus auf eine Blutzuckersenkung auf Normwerte und solche, bei denen dieses Ziel nicht so sehr im Mittelpunkt stand. Das Ergebnis: Weder die Sterblichkeit noch die Häufigkeit tödlicher Herzinfarkte, Schlaganfälle oder von Nierenversagen unterschieden sich in den beiden Gruppen. Lediglich bei nicht-tödlichen Herzinfarkten zeigte sich ein Vorteil für die stärkere Blutzuckersenkung.

Diese Ergebnisse bedeuten natürlich nicht, dass nun eine Behandlung des Diabetes nicht mehr notwendig ist. Aber sie bedeuten, dass die exakten Ziele und Parameter der Behandlung möglicherweise neu definiert werden müssen und der Blutzuckerwert nicht der alles entscheidende Faktor ist.


WANC 11.07.2011
Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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