Antikörper gegen Typ-1-Diabetes: Erste Erfolge

Seit einigen Jahren wird eine Behandlung mit Antikörpern bei Typ-1-Diabetes (Jugend-Diabetes) erprobt. Nun zeigt eine aktuelle Studie, dass dieser neue Ansatz tatsächlich erfolgversprechend ist. Zumindest kann die Erkrankung damit offenbar eine Zeit lang aufgehalten werden.

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Zum Hintergrund: Der Typ-1-Diabetes entsteht durch eine sogenannte Autoimunreaktion. Körpereigene Abwehrzellen greifen die Insulin-produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse an und zerstören sie. Die Folge ist ein Insulinmangel, der durch von außen zugeführtes Insulin ausgeglichen werden muss, um eine gefährliche Blutzucker-Erhöhung zu verhindern.

Insulinbedarf nach Antikörper-Therapie über mehrere Jahre geringer

Das neu erprobte Medikament, ein sogenannter CD3-Antikörper, hält diesen Zerstörungsprozess der Betazellen auf. Wird der Wirkstoff unmittelbar nach dem ersten Auftreten des Diabetes – zu einem Zeitpunkt also, zu dem meist noch reichlich intakte Betazellen vorhanden sind – eingesetzt, führt das für mindestens vier Jahre lang zu einer deutlich höheren Restmenge an körpereigenem Insulin. Und zwar bei jüngeren Patienten noch ausgeprägter als bei älteren. So zumindest das Ergebnis einer Studie mit insgesamt 80 jugendlichen Diabetes-Patienten. Eine Hälfte war mit dem CD3-Antikörper behandelt worden, die andere Hälfte mit einem Scheinmedikament (Plazebo). Das Besondere: Der Antikörper muss für diesen Effekt nur sechs Tage lang verabreicht werden.

Fazit der Diabetes-Experten:

Eine sehr hoffnungsvolle Behandlungsalternative bei Ty-1-Diabetes. Wegen der noch sehr kurzen Nachbeobachtungszeit und der geringen Zahl an Patienten ist es für eine endgültige Beurteilung aber noch zu früh. Vor einer Zulassung müssen insbesondere auch mögliche Langzeitnebenwirkungen ausgeschlossen werden.

Autoren: WANC/Ihr Dr. med. Jörg Zorn, 25.05.10
Quelle: Diabetologia 2010; 53: 614-623

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