Fettleber: Vorläufer von Diabetes?

Eine Fettleber galt lange Zeit als harmlos. Ein Allerweltsleiden, nicht weiter schlimm. Doch nun warnen Experten, dass die Folgen einer Fettleber massiv unterschätzt wurden. Mittlerweile wird sie als zentraler Faktor bei der Entstehung des sogenannten Metabolischen Syndroms angesehen.

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Metabolisches Syndrom? Darunter verstehen Internisten das Zusammenspiel von Übergewicht (vor allem zu dicker Bauch), erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck und Diabetes. Denn alle diese Wohlstandsleiden haben im Kern die gleiche Ursache und kommen oft Hand in Hand daher. Jeder einzelne dieser Faktoren führt zu Gefäßverkalkungen und erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Das gilt natürlich um so mehr, wenn mehrere zusammen kommen.

Fettleber unterschätzt?

Und was hat das alles mit einer Fettleber zu tun? Sie ist oft eines der ersten körperlichen Anzeichen für den Beginn eines Metabolischen Syndroms, wie Prof. Michael Roden aus Wien unlängst erläuterte. Da die Diagnose einer Fettleber bisher umständlich und nur mit Gewebeproben aus der Leber möglich war, wurde ihr aber in der Vergangenheit viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Das sollte sich seiner Ansicht nach ändern. Denn auch ohne die Begleiterkrankungen wie Diabetes droht Ungemach. Aus einer Fettleber kann sich nämlich auch eine chronische Leberentzündung bis hin zur Leberzirrhose entwickeln.

Mit Diabetes-Medikamenten gegen die Fettleber?

Und was tun, wenn eine Fettleber diagnostiziert wurde? Im Prinzip das gleiche, wie es auch zur Vorbeugung der anderen Wohlstandserkrankungen notwendig ist: gesund und ausgewogen ernähren, viel bewegen, Übergewicht abbauen. Einer neueren Studie zufolge scheinen außerdem auch Medikamente, die sonst gegen Diabetes Typ 2 eingesetzt werden, einer Fettleber entgegenzuwirken,  wie Prof. Burkhard Göke vom Universitätsklinikum Großhadern in München berichtete. Allerdings muss das noch in weiteren, größeren Studien bestätigt werden.

Autoren: WANC/Ihr Dr. med. Jörg Zorn, 22.05.07

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