Kaffee: Schutz vor Diabetes mellitus?

Wer viel Kaffee trinkt, erkrankt seltener an Diabetes. Das ist das Ergebnis einer großen Beobachtungsstudie der Harvard School in Boston/USA.

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Die Wissenschaftler hatten 126.000 Männer und Frauen über einen Zeitraum von 18 Jahren begleitet und zahlreiche gesundheitsrelevante Daten erhoben. Unter anderem auch zur Ernährung und zum Kaffeekonsum. Die Auswertung ergab, dass die Kaffeeliebhaber deutlich seltener an Zucker erkrankten. Männer, die sechs Tassen täglich tranken, hatten gegenüber Nicht-Kaffeetrinkern ein um 50% niedrigeres Diabetes-Risiko. Bei Frauen wurde bei der gleichen Menge eine um 30% verringerte Diabetesrate festgestellt.

Ursachen des Effekts noch unklar

Auf welche Weise Kaffee vor der Zuckerkrankheit schützt, ist noch unklar. Eigentlich dachte man immer, Koffein würde die Ansprechbarkeit auf Insulin eher reduzieren. Das hätte dann aber ein erhöhtes Diabetesrisiko zur Folge haben müssen. Da auch eine niederländische Studie aus dem Jahr 2002 zu ähnlichen Ergebnissen gekommen war, spricht mittlerweile einiges für den Schutzeffekt durch Kaffee. Die Studienautoren werfen unter anderem die im Kaffee enthaltenen Mineralstoffe und Antioxidantien als mögliche Ursache ins Feld, aber das klingt alles noch sehr spekulativ. Sie tappen schlicht noch im Dunkeln.

Eines ist aber auch klar: Für eine generelle Empfehlung, ab sofort ganz viel Kaffee zu trinken, ist es noch zu früh. Dafür sind diese Studiendaten noch mit zu viel Unsicherheit bestückt. Und dass Kaffee oft nervös und fahrig macht und auch den Schlaf rauben kann, ist leider immer noch wahr.

Autor: Ihr Dr. med. Jörg Zorn, 12.03.04