Nierenschäden bei Diabetes: Wie kann man sie früher entdecken?

Diabetes schädigt auf lange Sicht die Nieren. Zumindest dann, wenn der Blutzucker nicht optimal eingestellt ist. Je länger die Krankheit dauert, desto höher steigt der Anteil der Betrofffenen, deren Nieren nicht mehr optimal arbeiten. Das EU-Forschungsprojekt SysKid sucht nach Möglichkeiten, eine beginnende Nierenschädigung früher zu entdecken. Denn eines ist klar: Je früher man Probleme mit den Nieren erkennt, desto besser kann man sie behandeln und eine Dialyse verhindern.

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Jeder Dritte mit Diabetes bekommt Probleme mit den Nieren

Fünf Jahre nach der Diagnosestellung "Diabetes" haben schon 10% der Betroffenen erste Zeichen einer Nierenschädigung. Nach 20 Jahren sind es etwa 40%. Das verdeutlicht, wie groß die Gefahr für Menschen mit der Zuckerkrankheit ist, auch an den Nieren zu erkranken. Es sind vor allem die erhöhten Blutzuckerspiegel, die den Nieren auf Dauer zu schaffen machen.

Um so wichtiger ist es, mögliche Schäden an den Nieren frühzeitig zu erkennen. Denn bei rechtzeitiger Entdeckung kann therapeutisch noch sehr viel erreicht und eine ausgeprägtere Nierenfunktionsstörung verhindert werden. Letztlich geht es vor allem darum, es nicht bis zur Dialyse kommen zu lassen.

Bisherige Testverfahren nicht optimal

Die bisherigen Test auf eine Nierenschädigung sind aber leider recht unspezifisch. Über einen Urintest wird geprüft, ob bestimmte Eiweiße vermehrt im Harn enthalten sind. Es geht dabei vor allem um Albumin. Ist dieses Eiweiß im Urin nachweisbar (= Mikroalbuminurie), spricht das für eine Nierenfunktionsstörung. Allerdings sagt dieser Befund nichts darüber aus, ob tatsächlich der Diabetes die Ursache ist. Und genau das sollen nun neue Testverfahren verbessern.

Das oben genannte Forschungsprojekt analysiert dafür bei über 4.000 Menschen mit Diabetes systematisch spezielle Blut- und Urinwerte und gleicht diese Befunde mit der Nierenschädigung ab.

Autoren: WANC/Ihr Dr. med. Jörg Zorn, 26.01.11
Quelle: SysKid-Projekt

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