Bei Diabetes häufiger Depressionen

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes macht nicht nur den Blutgefäßen, dem Herzen und den Nieren zu schaffen. Der "Zucker" erhöht auch das Risiko für eine Depression. Menschen mit Diabetes haben doppelt so häufig unter Depressionen zu leiden wie Nicht-Diabetiker.

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Warum das so ist, erläuterte jetzt auf einem Kongress Prof. Stephan Herpertz von der Universitätsklinik Bochum. Er führt vor allem die psychische Belastung durch die Diabetes-Erkrankung auf die häufiger auftretenen Depressionen zurück. Zwei Millionen Diabetiker sollen allein in Deutschland mit solchen krankheitsbedingten Stimmungstiefs zu kämpfen haben.

Zu spät erkannt und zu wenig behandelt

Das Problem: Die Depression drückt nicht nur auf das psychische Wohlbefinden. Auch die Zuckererkrankung wird negativ beeinflusst. Denn die mit einer Depression einhergehenden hormonellen Veränderungen scheinen sich negativ auf die blutzuckerregulierenden Effekte von Insulin auszuwirken.

Herpertz machte noch auf ein weiteres Problem aufmerksam: Depressionen werden bei Diabetikern häufig nicht erkannt. Offenbar steht auch für die Ärzte die Stoffwechselerkrankung so sehr im Vordergrund, dass sie Stimmungstiefs bei ihren Patienten weniger bemerken. Aber auch die Betroffenen selbst äußern ihr Problem zu wenig, so Herpertz.

WANC 01.03.2011
Quelle: Deutscher Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Weitere Fragen und Antworten zum Thema Depression  finden Sie unter Navigator-Medizin.de/Depression

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