Wie soll ich mich ich als Angehöriger eines Depressiven verhalten?

Angehörige und andere Bezugspersonen können durch einfühlsames, Sicherheit gebendes und geduldiges Verhalten eine wichtige Stütze für depressiv erkrankte Menschen sein und zum Therapieerfolg beitragen. Aufforderungen wie „Reiß Dich zusammen“, das Bagatellisieren der Krankheitszeichen oder eine Überforderung des Betroffenen sind kontraproduktiv und unbedingt zu vermeiden.

Folgende Verhaltensweisen haben sich als hilfreich erwiesen:

Unsere 10 wichtigsten Tipps gegen Depressionen

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  • klare und zuverlässige Haltung der depressiven Person gegenüber
  • Übernahme einer zeitweisen Führungsrolle
  • Akzeptanz der Hilfe durch antidepressive Medikamente
  • Entlastung von Entscheidungen, soweit nötig
  • Entlastung von überfordernden Aufgaben
  • einfache Fragen stellen und Zeit für deren Beantwortung lassen
  • Depression erklären
  • Eingehen auf Klagen über zahlreiche körperliche Beschwerden
  • Eingehen auf Hoffnungslosigkeit
  • Eingehen auf Todeswünsche oder Suizidgedanken (offen ansprechen)
  • realistische Hoffnung geben durch Hinweise auf bereits erzielte objektive Fortschritte (auch ganz kleine Erfolge zählen)
  • gemeinsamer Aufbau einer Tagesstruktur (Tagesplan)
  • schrittweiser (gemeinsamer) Aufbau von Aktivitäten durch angemessene und konkrete Aufgaben – Anstreben erreichbarer (kleinerer) Ziele

Autor: Dr. Hubertus Glaser

Alle Fragen und Antworten dazu finden Sie hier:
Depression: Behandlung

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Kommentare (1)
Freunde und Partner
1 Freitag, den 04. Dezember 2015 um 10:20 Uhr
Meine aktuelle Erfahrung sieht eher so aus, dass den Leuten, denen ich mich anvertraut habe, eher die Distanz wählen. Klar, sie interessieren sich und wollen natürlich auch, "wissen wie es mir geht", aber mehr nicht.
Das beste, wenn man Freunde nicht verlieren will, nichts sagen. Und nur Belanglosigkeiten und sehr wenig, was die Gefühlswelt angeht. Klare Ansage von Bekannten/Freunden war. "Wir wollen keine Details hören. Erzähl das dem Therapeuten." Ich sage nicht, wie es mir geht, ich sage nicht, wenn ich Suizidgedanken habe, ich sage nicht, wenn mein Stresslevel durch die Decke geht, ich sage nicht, wann und warum ich mich selbst verletze.
Zuhören und Verständnis zeigen kann nur ein Profi. Das ist die Realität.