Wie wirken trizyklische Antidepressiva?

Die trizyklischen Antidepressiva (kurz Trizyklika genannt) gehören in der Behandlung der Depression zu einer der ältesten Medikamentengruppen. Sie wirken vor allem aktivierend und stimmungsverbessernd. Der gewünschte Effekt tritt allerdings in der Regel erst nach zwei bis vier Wochen ein.

Breites Wirkspektrum – mit Vor- und Nachteilen

Trizyklika haben ein recht breites Wirkspektrum, das bei den verschiedenen Einzelwirkstoffen unterschiedlich ausgeprägt ist. Sie hemmen unter anderem die Wiederaufnahme von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin in die Nervenzellen. Das sind Botenstoffe, die im Gehirn verschiedene Aufgaben erfüllen. Unter anderem haben diese Neurotransmitter aktivierende und stimmungsaufhellende Effekte. Das erklärt, warum eine Mengenzunahme bei Depressionen positiv wirkt.

Darüber hinaus wirken einige der trizyklischen Antidepressiva aber auch beruhigend und entspannend, unter anderem über einen Einfluss auf den Botenstoff Histamin.

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Dieses breite Wirkspektrum der trizyklischen Antidepressiva hat Vorteile, hat aber auch den Nachteil, relativ viele unerwünschte Effekte verursachen zu können. Wegen der vergleichsweise höheren Wahrscheinlichkeit für Nebenwirkungen gelten Trizyklika heute eher als Antidepressiva der zweiten Wahl.

Welche Antidepressiva gehören zu den Trizyklika?

Die trizyklischen Antidepressiva werden grob in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Amitriptylin-Typ (neben Amitriptylin auch Doxepin, Trimipramin)
    stark beruhigende Komponente, vor allem bei Schlafstörungen und Unruhezuständen eine Option
  • Imipramin-Typ (neben Imipramin auch Clomipramin)
    antidepressiv, nur leichte Antriebssteigerung
  • Desipramin-Typ
    stark antriebssteigernd, langfristig angstlösend, zu Beginn aber mitunter auch Angstgefühle auslösend

Autor: Dr. med. Jörg Zorn