Wie wirkt Mirtazapin gegen Depressionen? Worauf muss man achten?

Mirtazapin (Remergil®), ein sogenannter Alpha2-Antagonist, gehört zu den tetrazyklischen Antidepressiva und wirkt vor allem beruhigend. Als Einschlafhilfe ist dieser Wirkstoff besonders bei älteren Menschen mit Depressionen geeignet.

Das Antidepressivum Mirtazapin ist neben Remergil® auch unter dem Eigennamen und unter den Produktnamen Mirtabene®, Mirtel® und Remeron® im Handel.

Welche Nebenwirkungen können unter Mirtazapin auftreten?

Wie alle Psychopharmaka bringt Mirtazapin neben seiner Hauptwirkung teils starke unerwünschte Nebenwirkungen mit sich. Mehr als jeder Zehnte, der Mirtazapin einnimmt, klagt über Gewichtszunahme durch einen gesteigerten Appetit. Auch starke Müdigkeit und Schläfrigkeit treten sehr häufig auf, können nach längerer Einnahme aber wieder verschwinden. Von einem trockenen Mundgefühl wird ebenfalls sehr häufig berichtet. Sehr häufig bedeutet hier: mehr als 10% der Anwender.

Zu den häufigen Nebenwirkungen (1-10% der Anwender) von Mirtazapin zählen:

  • Zittrigkeit und Wackeligkeit
  • Schwindel (vor allem beim plötzlichen Aufstehen)
  • mangelndes Interesse an der Umgebung
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Hautausschläge
  • Schmerzen im Bewegungsapparat
  • Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme)
  • Angstzustände
  • Schlafstörungen
  • Verwirrtheit

Außerdem kann man unter der Behandlung mit Mirtazapin ein sogenanntes Restless-Legs-Syndrom entwickeln, bei dem die Beine nicht stillgehalten werden können.

Sollten Sie Mirtazapin einnehmen und die genannten oder auch andere Nebenwirkungen bei sich beobachten, sollten Sie dies immer Ihrem behandelnden Arzt mitteilen. Dieser kann vor allem bei schweren Nebenwirkungen entscheiden, ob eine weitere Therapie mit dem Medikament sinnvoll ist oder ob ein anderer Wirkstoff besser für Sie geeignet ist.

Wann darf man Mirtazapin nicht einnehmen?

Minderjährigen unter 18 Jahren sollte Mirtazapin nicht verschrieben werden, da es bislang keine gesicherten Daten aus Langzeitstudien zur Sicherheit der Anwendung bei Heranwachsenden gibt. Eine vom Arzt angeordnete Behandlung von Jugendlichen unter 18 Jahren mit Mirtazapin in Einzelfällen muss immer streng überwacht werden.

Unsere 10 wichtigsten Tipps gegen Depressionen

weiterlesen...

Schwangere und Stillende sollten eine Einnahme von Mirtazapin immer gründlich mit ihrem behandelnden Arzt absprechen, der eine mögliche Gefährdung der Gesundheit des Kindes gegen die Notwendigkeit der Medikamenteneinnahme abwägen kann.

Personen, die Antidepressiva aus der Gruppe der MAO-Hemmer einnehmen, darf Mirtazapin nicht verschrieben werden, da es zu starken Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten kommen kann. Auch bei bekannten allergischen Reaktionen auf Mirtazapin darf der Wirkstoff keinesfalls eingenommen werden.

Sollten Sie zu einer der oben genannten Gruppen gehören und eine Therapie mit Mirtazapin bei Ihnen geplant sein, vertrauen Sie sich Ihrem Arzt an und besprechen Sie mit ihm die Risiken der Einnahme und möglichen Alternativen.

Kann man Mirtazapin einfach absetzen?

Da sich der Körper an die Einnahme von Mirtazapin gewöhnt, kann ein plötzliches Absetzen starke Entzugserscheinungen zur Folge haben. Mögliche Beschwerden nach einem abrupten Weglassen des Medikaments sind Angstzustände, Erregtheit, Schwindelanfälle, Übelkeit und Kopfschmerzen. Um diese zu vermeiden, sollten Sie den Wunsch nach einem Absetzen von Mirtazapin immer mit Ihrem behandelnden Arzt absprechen – auch um abschätzen zu können, ob ein Weglassen des Medikaments hinsichtlich Ihrer zugrundeliegenden Erkrankung überhaupt eine Option ist. Mit Hilfe Ihres Arztes kann ein Plan zum Ausschleichen von Mirtazapin entwickelt und so das Risiko minimiert werden, dass Sie Entzugserscheinungen entwickeln.

Autoren: Celina Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).