Wie kann man zwischen Traurigkeit und Depression unterscheiden?

Im Gegensatz zur Krankheit Depression ist Traurigkeit ein Gefühl und die Trauer eine normale Reaktion auf einen schweren Verlust oder Schicksalsschlag. Die Beschwerdebilder können sich allerdings durchaus ähneln und vor allem im höheren Lebensalter kann der Übergang fließend verlaufen.

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Niedergeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und Schlafstörung können sich beim Trauern ebenso einstellen wie Schuldgefühle. Diese kreisen dann aber im Unterschied zur Depression in der Regel um nachvollziehbare Skrupel wie einen früheren Streit oder ein tatsächliches Fehlverhalten.

Konkrete Suizid-Gedanken eher Zeichen für Depression

Todesgedanken können zwar auch Trauernden in den Sinn kommen, beschränken sich aber gewöhnlich auf die Überlegung, dass es „vielleicht besser wäre, ebenfalls tot zu sein“. Im Gegensatz zur Depression halten sich die düsteren Gedanken jedoch in Grenzen und schließen keine konkreten Selbsttötungsphantasien ein.

Die eigene Gefühlslage wird bei Trauer auf jeden Fall noch für "normal" gehalten, selbst wenn man beispielsweise wegen Schlafstörungen ärztliche bzw. medikamentöse Hilfe sucht. Bei einer krankhaften depressiven Störung wird dagegen die Verstimmung nicht nur als quälend, sondern auch als fremd und unlösbar erlebt, verbunden mit bedrängenden oder sogar beherrschenden Gefühlen von Schuld und Unfähigkeit, empfunden als ein „nicht Können trotz Wollen“.

Autor: , Juni 2010

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