Depressionen überwinden – Mit alternativen Therapien zurück ins Leben

Eine Depression ist eine krankhafte psychische Störung, die sich besonders durch ausgeprägte Antriebslosigkeit als auch Niedergeschlagenheit charakterisieren lässt. In den meisten Fällen liegt eine Erkrankung des Gehirnstoffwechsels vor. Da die medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva zahlreiche negative Nebenwirkungen zur Folge hat, suchen immer mehr Patienten nach natürlichen Heilungsmethoden. In diesem wissenschaftlich fundierten Artikel erläutere ich Ihnen alternative Konzepte und zeige Ihnen meine 10 besten Tipps zur natürlichen Behandlung von Depression.

16 Millionen Deutsche leiden an Depressionen

Diese alarmierende Zahl zeigt, wie verbreitet Depressionen bei uns sind. Die Diagnose wird allein nach Symptomen und Verlauf gestellt. Schwierig wird das Erkennen einer Depression vor allem, weil etwa zwei Drittel der Erkrankten nicht wegen psychischer Symptome zum Arzt gehen, sondern wegen körperlichen Beschwerden. Zu den häufigsten körperlichen Symptomen zählen Kopfschmerzen, Nacken- und Rückenschmerzen, Schwindel, Magenprobleme und Schlafstörungen.

Zur Behandlung der Depression werden neben Antidepressiva auch reine Psychotherapien ohne Medikation, wie beispielsweise tiefenpsychologische oder verhaltenstherapeutische Verfahren eingesetzt. Da aber Termine bei Psychotherapeuten rar und die Wartezeiten oft sehr lang sind, wird bei Depressiven oft schon zu Beginn in die Medikamentenkiste gegriffen. Dabei sollte uns bewusst sein, dass bei Patienten mit Depression die Rate der Medikamentenverweigerer bei 50 Prozent liegt!(1) Hier gibt es in der naturheilkundlich basierten Erfahrungsmedizin einige interessante und sehr erfolgreiche Therapieansätze, wodurch häufig chemische Medikamente vermieden werden können.

Meinen 10 persönlichen Tipps

  • 1. Es kommt die Zeit nach der Depression. Während einer akuten depressiven Episode ist das wichtigste Ziel, diese zu überstehen. Diese Phase wird in absehbarer Zeit ein Ende haben, auch wenn Sie sich das im Moment vielleicht nicht vorstellen können. Dann weichen die Schatten, die jetzt alles verdunkeln, wieder zurück. Genießen Sie, wenn es soweit ist, das Lebensglück in vollen Zügen und machen Sie sich selbst körperlich, geistig, seelisch und sozial stark. So können Sie die überstandene Krankheit in einen Vorteil ummünzen. Und sich vor einem Rückfall schützen, denn das ist dann das wichtigste Ziel.
  • 2. Vergessen Sie den Spruch „Reiß dich zusammen“. Der wird nicht nur von Unbedarften geäußert, sondern auch von vielen Depressiven selbst so gedacht. Sie sollten sich aber klar machen, dass Ihre Schwäche auf einer Krankheit beruht, die auch für Ihre Schuldgefühle verantwortlich ist. Es gibt keinen Grund, dass Sie sich zusammenreißen, und es wird Ihnen auch kaum möglich sein. Sonst wären Sie ja nicht depressiv.
  • 3. Machen Sie die Krankheit nicht mit sich allein aus. Sie brauchen ein schützendes Umfeld, um die depressive Schwächephase unbeschadet zu überstehen. Vor allem, wenn der depressive Würgegriff immer enger wird. Das kann das eigene Zuhause mit verständnisvollen Angehörigen sein. Manchmal aber auch eine psychiatrische Klinik. Diese Einrichtungen sind keineswegs so schrecklich, wie das in manchen Filmen vermittelt wird. Die menschliche Gemeinschaft ist dafür da, um sich gegenseitig zu helfen, wenn die Hilfe Not tut. Das tut sie bei einer schweren Depression immer.
  • 4. Nehmen Sie gewährte Hilfe dankbar an. Sie können sich später, wenn es Ihnen wieder besser geht, dafür revanchieren. Es ist durchaus typisch für depressive Menschen, dass sie anderen nicht zur Last fallen wollen. Und vor allem, dass sie sich selbst als eine Last betrachten. Das sind Sie nicht! Liebende Mitmenschen leiden mit Ihnen und freuen sich, wenn sie Ihnen helfen können.
  • 5. Scheuen Sie sich nicht, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Auch wenn es Ihnen aufgrund ihrer depressiven Schwächung schwer fällt, sollten Sie sich dabei aber nicht willenlos behandeln lassen, sondern sich auf Ihre Entscheidungsfreiheit berufen. Wählen Sie die in Frage kommenden Medikamente, Psychotherapieverfahren oder sonstigen Behandlungsmaßnahmen gemeinsam mit Ihrem Arzt aus. Geben Sie der selbstgewählten Therapieform dann auch vertrauensvoll die Chance, zur Besserung Ihrer Beschwerden beizutragen.
  • 6. Antidepressiva sind keine Dauerlösung. Antidepressiva sind oft kurzfristig hilfreich, aber auf Dauer heilen können sie eine Depression nicht. Das gelingt eher mit psychotherapeutischen Maßnahmen. Und einigen Menschen mit Depressionen gelingt es auch, aus eigener Kraft die Denkmuster und negativen Gefühle nachhaltig zu verändern.  Übrigens gibt es neben Johanniskraut auch weitere pflanzliche Wirkstoffe die bei Depressionen helfen können.
  • 7. Unterschätzen Sie nicht den Effekt einer gesunden Ernährung und Lebensweise. Es klingt banal, aber es wird oft übersehen: Wer gesund lebt, ist meist auch glücklicher. Weil das gut tut. Ernähren Sie sich bewusst, geregelt und gesund mit viel frischem Obst und Gemüse sowie hochwertigem Protein. Achten Sie auf eine umfassende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr. Wir empfehlen hier bei Bedarf immer einen speziellen Gesundheitssaft, der mit einem Löffel pro Tag alle wichtigen Vitalstoffe abdeckt.  Trinken Sie reichlich Wasser und meiden Sie Alkohol, Nikotin und andere Körpergifte. Die Depression schlägt auf den Magen und kann Appetitlosigkeit verursachen. Oder auch das Gegenteil bewirken, etwa Heißhungerattacken auf Süßes. Vergeben Sie sich, wenn Sie „sündigen“. Versuchen Sie aber, in einen anderen Modus zu kommen.
  • 8. Dabei können Ihnen Bewegung, Tanz und Sport enorm helfen. Sie gehören zu den gesündesten Methoden, das ständige Grübeln auszuschalten und die fürs Wohlfühlen benötigten Endorphine freizusetzen. In einer depressiven Episode fällt es natürlich schwer, sich dazu aufzuraffen. Tun Sie es, wann immer möglich. Aber auch hier gilt: keine Extreme, sonst werden die Probleme letztlich nur verlagert. Ein ungefährliches und probates Mittel ist der „Gesundmarsch“ im Grünen. Frische Luft und viel Tages- bzw. Sonnenlicht gehören neben der Bewegung zu den wirksamen Stimmungsaufhellern – wenn sie denn zum Einsatz kommen.
  • 9. Pflegen Sie ein gesundes Schlafverhalten. Schlafstörungen und Depressionen hängen oft eng miteinander zusammen. Das individuelle Schlafbedürfnis kann sehr unterschiedlich ausfallen, im statistischen Durchschnitt beträgt es etwa 7 Stunden pro Nacht. Ein regelhafter, ausreichender und erholsamer Schlaf ist für die Gesundheit – in jeder Hinsicht – enorm wichtig. Schlafentzug kann als Wachtherapie bei einer akuten Depression möglicherweise hilfreich sein. Ansonsten heißt es, wie bei Ernährung und Bewegung, Maß zu halten und ein Zuwenig ebenso zu vermeiden wie ein Zuviel.
  • 10. Es gibt keine grundlose Depression. Genetische Komponenten können die Krankheit möglicherweise begünstigen, aber nicht auslösen. Eine häufige Grundlage für Depressionen sind – bewusste oder auch unbewusste – Ängste. Durch innere Umprogrammierung lässt sich dieses Grundübel abschaffen. Liebe und Verständnis sich selbst gegenüber spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Stärkung der seelischen Widerstandskraft ist kein passiver Prozess, sondern harte Arbeit an sich selbst. Autosuggestion und Achtsamkeitsübungen zählen zu den hilfreichen Techniken, von denen es eine ganze Reihe gibt.

Veränderungen im Lebensstil

Essen hat einen großen Einfluss auf unser seelisches Befinden, denn man kann die Produktion von Glückshormonen durch die Ernährung beeinflussen. Hier spielt der Eiweißbestandteil Tryptophan eine große Rolle. Der Körper kann Tryptophan nicht selbst herstellen, d. h. wir müssen es mit unserer Nahrung aufnehmen. Besonders tryptophanhaltig sind Nüsse, Samen und Keime (Cashewnüsse, Sonnenblumenkerne, Weizenkeime…) aber auch hochwertiges Kalbs- und Rindfleisch oder gelbe Käsesorten wie Emmentaler Käse. Damit Tryptophan in das Glückshormon Serotonin umgewandelt werden kann, werden zudem eine Reihe von Vitaminen (z. B. Vitamin B3 und andere B-Vitamine) und andere Mikronährstoffe benötigt.

Neben der Ernährung und der Versorgung mit Mikronährstoffen kommt auch dem allgemeinen Lebensstil eine Bedeutung im Kampf gegen die Depression zu. Ganz wichtig ist dabei regelmäßige, körperliche Bewegung. Depressive Menschen sind häufig körperlich inaktiv. Körperliche Aktivität kann von den depressiven Gedanken ablenken. Fitness und das Erlernen neuer Sportarten kann das Selbstbewusstsein steigern. Sport kann neue soziale Kontakte schaffen. Die Endorphinausschüttung kann auch die Konzentration antidepressiv wirksamer Botenstoffe anheben und das Stresshormon Kortison absenken.

Die Wirkung körperlicher Aktivität bei Depression ist inzwischen in Studien eindeutig belegt. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2009 kommt nach Analyse von 25 Studien zu dem Ergebnis, dass Sport die Symptome der Depression deutlich verbessert – sowohl bei Patienten mit etablierten Behandlungen als auch bei Unbehandelten. Aber Achtung: Diese guten Effekte erreichen Sie nur bei ausreichender Mikronährstoffzufuhr, da mehr Bewegung auch einen höheren Mikronährstoffbedarf nach sich zieht.

Auch Strategien zur Stressbewältigung sind wichtig. Dazu gehören die Entspannungsverfahren des autogenen Trainings oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Hier noch ein besonderer Tipp: Lichthygiene ist für Depressive eine große Hilfe. So hilft es beispielsweise gegen Depressionen, abends keine Lichtquellen mit hohen Blauanteilen zu nutzen. Dazu gehören (leider) auch Bildschirme und Fernseher. Wenn Sie diese unbedingt nutzen wollen, dann könnte eine „Blue-Blocker-Brille“ mit orange getönten Gläsern hilfreich sein, die Blauanteile aus dem Licht filtert. Ebenso hilfreich ist eine allmorgendliche „Lichtdusche“ mit hellem weißem Licht für 15 Minuten.(15) Ein entsprechendes Lichttherapiegerät erhält man im gut sortierten Elektrofachhandel.

Mikronährstoffe bei Depressionen

Bei einer Depression (wie auch bei depressiven Verstimmungen!) ist die bestmögliche Versorgung mit allen Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe etc.) dringend anzuraten. Ihr kommt eine immer wichtigere Rolle innerhalb der Therapie zu. Obwohl für viele einzelne Mikronährstoffe (wie nachfolgend näher erläutert) positive Effekte auf die Stimmungslage bzw. Verbesserungen der Therapieerfolge nachgewiesen wurden, haben sich natürliche Mikronährstoffkombinationen deutlich besser bewährt als die Gabe einzelner Stoffe. Dies erklären Experten mit der sich gegenseitig potenzierenden Wirkung der Stoffe. Beispielsweise hat eine Studie aus Amerika gezeigt, dass Vitamine aus Obst oder Gemüse zusammen mit den sekundären Pflanzenstoffen darin mehr als 200-mal stärker wirken als einzelne (isolierte) Vitamine.(2) Die eingesetzte Mikronährstoffergänzung sollte deshalb nicht nur alle Vitamine und Spurenelemente, sondern auch sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und L-Carnitin enthalten. So haben beispielsweise die beiden letztgenannten in Studien bei depressiven Patienten zu überzeugen gewusst.

Omega-3-Fettsäuren gelten heute als wichtiger Bestandteil einer anti-depressiven Therapie.(3) Es wird angenommen, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren die Verbindung zwischen den psychischen Symptomen und den häufig begleitend auftretenden körperlichen Symptomen herstellt.(4)

Daneben haben natürliche Mikronährstoffe noch zahlreiche andere positive Effekte bei Depressionen. Man weiß heute beispielsweise, dass durch die vermehrte Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol der Stoffwechsel verändert und der Bedarf an Mikronährstoffen deutlich erhöht wird.(5) Die Einnahme von natürlichen Mikronährstoffen kann nachweislich die Stress-Toleranz verbessern und gleichzeitig körperliche Schäden verringern.(6)

Einen wichtigen Teil zur Therapie der Depression steuert L-Carnitin bei. Es reguliert die Ausschüttung der Neurotransmitter an den Nervenenden(7) und macht so auch eine schulmedizinische medikamentöse Therapie von Depressionen erfolgreicher. Auch B-Vitamine und Folsäure unterstützen erfolgreich eine medikamentöse Therapie der Depression. So zeigte eine Studie aus Boston bei 110 Patienten mit schweren Depressionen, dass die angewendeten Medikamente bei niedrigen Folsäurespiegeln im Blut deutlich schlechter wirken.(8)

Natürliche Mikronährstoffe sind zudem wichtig für den Schutz von Herz und Blutgefäßen depressiver Patienten. Mehrere Studien haben in den letzten Jahren herausgefunden, dass sich Depressionen und Herzerkrankungen gegenseitig bedingen. Amerikanische Wissenschaftler konnten in einer Langzeitstudie an fast 20.000 Männern und Frauen belegen, dass bei Herzkranken, die unter schweren Depressionen leiden, das Herzinfarkt-Risiko 17-mal höher liegt. Das Risiko von herzgesunden Menschen mit Depression, an einer Herzerkrankung zu sterben, ist 3-mal höher als bei Nichtdepressiven.(9)

Eine wichtige Rolle hierbei scheint der Spiegel der aggressiven Aminosäure Homocystein zu spielen. Ist der Spiegel zu hoch, steigt die Rate an Herz-Kreislauferkrankungen ebenso wie die Rate an Depressionen deutlich an. Auch hier hilft die zusätzliche Einnahme von natürlichen Mikronährstoffen, sowohl im Kampf gegen den Herzinfarkt als auch gegen die Depression.(10)

In der modernen Mikronährstofftherapie bevorzugt man heute als Basistherapie bei Depressionen eine physiologisch dosierte, natürliche Mikronährstoffmischung. Diese ist einzelnen Stoffen prinzipiell überlegen, ebenso wie den im Labor hergestellten künstlichen Vitaminmischungen. Der Grund sind neben der besseren Bioverfügbarkeit, die starken Synergieeffekte natürlicher Kombinationen, insbesondere durch die Anwesenheit sekundärer Pflanzenstoffe. Auch der Erfolg medikamentöser Therapien wird damit nachhaltig unterstützt.

Das aus vielfacher Expertensicht beste Präparat ist LaVita (ein flüssiges Konzentrat aus 70 Lebensmitteln, das mit einem Tagespreis ab einem Euro relativ preiswert ist). Dieses Produkt ist das einzige, für das stimmungsverbessernde Effekte in einer hochwertigen, international veröffentlichten Studie nachgewiesen wurden,(11) sowohl zur Unterstützung von Therapien, als auch in der Gesundheitsvorsorge.

Nicht empfehlenswert und sogar potenziell schädlich sind künstliche Mikronährstoffe, wie sie in Pillenform oder als Brausetabletten angeboten werden. Vorsichtig sollten Sie auch bei ausländischen Produkten sein. Ein Blick auf das Impressum des Herstellers lohnt sich hier.

Weitergehende Informationen und Bücher zum Thema

Im Internet finden Sie weitere umfangreiche und hochinteressante Informationen unter: 
www.kompetenznetz-depression.de

Bundesweites Netzwerk zur Optimierung von Versorgung und Erforschung depressiver Erkrankungen – der Internetservice bietet sehr viele gute Infos, u.a. Adressenlisten von Kliniken und Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige sowie einen Selbsttest

Buchempfehlungen:

Stress-Intelligenz
Stress besser meistern, Lebensenergie gewinnen
Prof. Christoph Bamberger, Knaur 2009, ISBN: 978-3-426-78478-5

Die Neue Medizin der Emotionen
Stress, Angst, Depression – Gesund werden ohne Medikamente

David Servan-Schreiber, Goldmann-Verlag 2006, ISBN: 978-3-442-15353-4

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