Schmerzen werden durch Depression schlimmer

Menschen, die unter Depressionen leiden, empfinden Schmerzen heftiger als Vergleichspersonen, denen es seelisch gut geht. Das ist das Ergebnis einer kleinen italienischen Studie.

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Bei 25 neu in die Klinik aufgenommenen Patienten mit schweren Depressionen wurde das Schmerzempfinden auf bestimmte Reize hin getestet. Die gleiche Versuchsreihe führten die Wissenschaftler bei freiwilligen Probanden ohne Depression durch. Dabei zeigte sich, dass bei den Depressions-Erkrankten sowohl die Schmerzschwelle (ab der man einen Schmerzreiz spürt) als auch die Schmerztoleranz (bis wohin man den Schmerzreiz noch gut akzeptieren kann) deutlich niedriger lagen.

Antidepressiva als Schmerzmittel?

So richtig überraschend ist das alles freilich nicht. Schon die eigene Lebenserfahrung lehrt einen, dass man Schmerzen als unagenehmer empfindet, wenn es einem sowieso schon schlecht geht. Interessant ist aber die Theorie der Italiener, wie es dazu kommt. Sie gehen davon aus, dass Schmerzreize und emotionale Reize im Gehirn über die gleichen Regionen bzw. Mechanismen gesteuert werden. Was wir spontan unlogisch finden (denn dann müsste ja bei schlechter Stimmung auch weniger Nervenkapazität für Schmerzen vorhanden sein), finden die Autoren schlüssig. Und glauben an eine Möglichkeit, mit Antidepressiva nicht nur die Stimmung aufzuhellen, sondern mit dem gleichen Wirkstoff auch Schmerzen lindern zu können.

Leider entzieht es sich unserer Kenntnis, ob und wenn ja von wem die Studie gesponsert wurde.

Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 09.07.10
Quelle: 20. Meeting der Europäischen Neurologen-Gesellschaftsellschaft (ENS), Abstract: P308

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