Depressionen lösen Schmerzen aus

Dass chronische Schmerzen psychisch so belastend sein können, dass sie Depressionen auslösen, ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass Depressionen auch chronische Schmerzzustände verursachen können. Eine US-amerikanische Studie hat jetzt Hinweise auf einen solchen Zusammenhang gefunden.

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In der Untersuchung wurden rund 100 Frauen mit und ohne Depressionen in Bezug auf chronische Schmerzen miteinander verglichen. Das Ergebnis: Die Frauen mit Depressionen litten signifikant häufiger unter Schmerzen. Das wurde auch objektiv durch Blutmarker (Messung spezieller Schmerz-Botenstoffe) bestätigt, um auszuschließen, dass es sich hier lediglich um eine subjektive Wahrnehmung handelt, geprägt von der depressiven Stimmungslage.

Unklar ist noch, auf welche Weise Depressionen Schmerzen auslösen können. Möglicherweise sind es gar nicht die Depressionen selbst, sondern eher die Begleitumstände, die zu Schmerzzuständen führen können. Schlafmangel zum Beispiel. Denn Menschen mit Depressionen schlafen bekanntlich schlechter. Und Schlafmangel erhöht häufig die Schmerzempfindlichkeit.

Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler empfehlen in jedem Fall, bei Menschen mit Depressionen daran zu denken, auch nach Schmerzen zu fragen - und sie ggf. natürlich auch zu behandeln.


Autoren: WANC/Dr. med. Jörg Zorn, 23.06.06

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