Anzeichen für eine Demenzerkrankung (Wesensveränderungen)

Eine Demenzerkrankung äußert sich nicht etwa nur durch ein nachlassendes Gedächtnis und zunehmende Vergesslichkeit. Mindestens genauso auffällig sind bestimmte Verhaltensänderungen.

Typische Anzeichen einer solchen demenzbedingten Wesensänderung sind:

  • allgemeiner Rückzug
  • Hobbies werden aufgegeben
  • kein Interesse mehr an Nachrichten und Zeitungen
  • neu aufgetretenes Misstrauen
  • spontane, vorher unbekannte Wutanfälle
  • Erregtheit, z.B. auch nachts (ständiges Umherlaufen während der Nacht)

Wenn Sie so etwas bei sich oder bei Ihren Angehörigen feststellen, lohnt es sich auf jeden Fall, das einmal von einem Arzt abklären zu lassen. Wobei es manchmal nicht so einfach ist, die Betroffenen zu einem Arztgang zu motivieren.

Autoren: Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (1)
Wesensveränderung beim Ehemann
1 Montag, den 27. Mai 2019 um 08:22 Uhr
Birgit
Ich lebe mit meinem Mann bereits 40 Jahre zusammen. In den letzten drei bis vier Jahren hat er sich auffällig verändert. Zum Beispiel: Plötzliche Wutanfälle (er wird immer lauter und ist stark erregt), die sich meistens gegen mich richten. Er wirft mir vor, dass ich ihn bestohlen hätte; ich soll dorthin gehen, wo ich herkomme; ich sei faul und ich könnte ohne ihn nicht existieren. Plötzlich sind alle Menschen in seiner Umgebung schlecht (sogar unser Sohn). Am Schlimmsten ist für mich, dass er behauptet ich stinke (habe mir Bestätigung geholt, dass das nicht stimmt, ich bin auch nicht ungepflegt). Er versteckt z. B. seine getragene Unterwäsche am Abend, damit sie nicht in die Wäsche kommt - und zieht sie am nächsten Tag wieder an (oft bis zu drei Tagen). Eigentlich ist er ein sauberer und gepflegter Mann. Auffällig ist auch, dass er mir etwas erzählt oder wir etwas besprechen, er aber das gleiche Thema nach ca. einer Stunde erneut anfängt und behauptet, dass wir nicht darüber gesprochen hätten. Seit einem Jahr berührt er mich nicht mehr und wir haben keinen GV mehr. Wenn er wütend wird (plötzlich und ohne vorherige Anzeichen), spüre ich einen großen Hass auf mich. Nach einiger Zeit bzw. am nächsten Tag tut er so, als sei nichts gewesen. Ein Gespräch darüber ist nicht möglich, weil er dann sofort wieder beleidigt ist und alles (fast wortwörtlich) beginnt erneut. Ich bin ziemlich fertig und weiß überhaupt nicht, wie ich mich verhalten soll. Eine Scheidung in unserem Alter (Rentner) würde die Existenz gefährden. Ich habe das Gefühl, dass dieses Verhalten nicht normal, sondern krankhaft ist. Bevor ich meinen Mann kennengelernt habe, war ich absolut selbständig und unabhängig.
Während ich das hier alles niederschreibe, glaube ich, dass man eigentlich gar nicht darüber sprechen kann, es nicht erklären kann. Man muss es erleben. Und vermutlich kann mir auch keiner helfen. Könnte diese Wesensveränderung ein krankhaftes Anzeichen sein?
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