Morbus Alzheimer: Diagnose

Spezielle Tests zur Beurteilung des Gedächtnisses können auf eine Alzheimersche Krankheit hinweisen. Eine bedeutende Rolle spielen die Beobachtungen der Angehörigen – die sogenannte Fremdanamnese.

Unsere 10 wichtigsten Tipps für die Angehörigen

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Um andere Krankheiten, insbesondere andere neuro-degenerative Erkrankungen, auszuschließen, werden Blut- und Liquoruntersuchungen durchgeführt und bildgebende Verfahren wie Computertomographie oder Magnetresonanztomographie angewendet. Durch die Positronen-Emissionstomografie mit Fluor-18-markierten Zuckermolekülen kann eventuell eine Aktivitätsminderung im Glucoseumsatz des Gehirns nachweisbar sein. Im Bereich des Parietal- und Frontallappens finden sich signifikante Unterschiede zur vergleichbaren Normalpopulation.

Die Verdachtsdiagnose Alzheimer-Erkrankung ergibt sich im Zusammenspiel aus dem Verlauf der Erkrankung, dem Ausschluss anderer Krankheiten, eventuell aus neuropathologischen Befunden und den bildgebenden Verfahren. Durch die Kombination unterschiedlicher Untersuchungsverfahren kann eine Alzheimer-Erkrankung heute mit einer sehr hohen Treffsicherheit von über 95% diagnostiziert werden. Definitiv bestätigt werden kann die Diagnose jedoch erst nach dem Tod des Patienten, indem eine feingewebliche Untersuchung des Gehirns durchgeführt wird.

Der Diagnoseschlüssel ICD-10 unterscheidet zwischen G30.-+ Alzheimer-Krankheit und G30.1 Alzheimer-Krankheit mit spätem Beginn allein nach dem Alter beim Auftreten erkennbarer Symptome.

Mittlerweile können selbstlernende Computerprogramme anhand der Analyse von MRT-Gehirnscans Alzheimer mit höherer Wahrscheinlichkeit (96 %) und schneller diagnostizieren, als es der Mensch könnte.

Differentialdiagnose

Die Alzheimer-Krankheit muss von anderen, ähnlichen psychischen und neurologischen Störungen abgegrenzt werden, etwa von

  • Normaler altersbedingter Vergesslichkeit
  • Verweigerung oder Vermeidungsverhalten
  • Leichter kognitiver Störung des Alters (unter der Chiffre

    ICD-10 F06.7

    Organische psychische Störungen eingeordnet)
  • Depression bei älteren Menschen mit Denkhemmung (evtl. mit zusätzlicher kognitiven Störungen im Sinne einer Zweiterkrankung)
  • Deprivationserscheinungen bzw. Hospitalismus und Regression in Altersheimen
  • Einfacher Aphasie
  • Einfachem Mutismus
  • Schwerem Autismus (Kanner-Syndrom) mit Mutismus
  • Schweren neurologischen Syndromen wie dem Apallischen Syndrom, dem Locked-in-Syndrom oder dem akinetischen Mutismus
  • Gehirntumoren, Gehirnverletzungen, die zu einem organischen amnestischen Syndrom führten. (ICD-10 F04)
  • Störungen des Stoffwechsels (beispielsweise Unterzuckerung bei Diabetikern)
  • Schlaganfall
  • Delir
  • Psychosen und Wahn (beispielsweise Schizophrenie, Manie oder psychotische Depression)
  • anderen Formen von Demenz

Alzheimer-Krankheit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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