Woran sterben Menschen mit einer Demenz oder Alzheimer?

Das ist eine Frage, die sich viele Angehörige stellen. Verkürzt ein Alzheimer die Lebenserwartung? Oder in schlimmen Fällen: Was erlöst die Betroffenen?

Tatsächlich ist es so, dass die Demenz-Erkrankung selbst, also der Verlust an Nervenzellen im Gehirn, das Leben nicht direkt bedroht. Man kann also nicht an einer Demenz sterben.

Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Denn bei einer fortgeschrittenen Demenz oder einer Alzheimer-Erkrankung ist die Lebenserwartung letztlich doch oft verkürzt.

Das hängt vor allem mit der irgendwann entstehenden Bettlägerigkeit zusammen. Auch der Verlust von Körperfunktionen – in Spätstadien kann es zum Beispiel vorkommen, dass die Betroffenen nicht mehr kauen können oder ihren Stuhl nicht mehr kontrollieren können – spielt hier eine wichtige Rolle.

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All das resultiert in einer höheren Anfälligkeit für schwere Infektionen. Nicht wenige Demenz-Kranke sterben an einer Lungenentzündung.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn
Quelle: Alzheimer Forschung Initiative

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Wie verläuft eine Demenz oder ein Alzheimer im Endstadium?

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Kommentare (12)
Still Alice
12 Montag, den 04. Februar 2019 um 16:43 Uhr
Helga
Hallo, Anke,
leider hatte ich bisher keine so große Erfahrung mit Demenz. Habe neulich einer alten Dame, die sich 200 m von zu Hause verlaufen hat, wieder nach Hause geholfen. Mit sehr viel Geduld und Mitgefühl. Ich kann Dir den Film “Still Alice” empfehlen, falls du ihn noch nicht gesehen hast. Dort wird u.a. gezeigt, was man bei Demenz unternehmen kann (Medikamente, Gedächtnistraining). Ich wünsche Deinem Vater gute Besserung und Dir viel Geduld.
Demenz meines Vaters
11 Sonntag, den 03. Februar 2019 um 20:19 Uhr
Anke
Moin,
ich habe heute erfahren, dass mein Vater (78) Demenz hat. Er befindet sich im Moment in einer neurologischen Klinik. Zu allem Übel hat er jetzt auch noch eine Lungenentzündung bekommen! Ich habe heute sehr viel über Demenz gelesen. Es gibt so viele verschiedene Arten. Was soll ich jetzt machen?
Vater mit Demenz
10 Donnerstag, den 31. Januar 2019 um 16:53 Uhr
Silke
Hallo, ich habe den Kommentar gelesen. Mein Vater hat Pflegegrad 4, und die Demenz ist im letzten Stadium angekommen. Auch mir geht die ganze Situation, die für mich und meine Familie außerordentlich belastend ist, sehr nahe. Kein Tag gleicht dem anderen. Jeden Tag sieht man den Rückgang der Lebensqualität meines Vaters. Meine Mutter kümmert sich tagtäglich um ihn, weswegen ich mir ernste Gedanken auch um meine Mutter machen muss.
Demenz meiner Mutter
9 Freitag, den 25. Januar 2019 um 22:20 Uhr
Anja brzeski
Meine Mutter ist 75 Jahre alt und seit 4 Jahren dement. Die Krankheit ist sehr schnell vorangeschritten. Und als Tochter ist diese Erfahrung jeden Tag eine Herausforderung. Auch, wenn ich mich bereits seit Jahren mit der Situation auseinandersetzte, habe ich dennoch jeden Tag Angst. Sehr gern würde ich mich mit Gleichgesinnten austauschen.
Erlöst
8 Montag, den 02. Juli 2018 um 12:48 Uhr
Christina
Mein Mann ist im November 2017 in eine andere Welt gegangen. Vor 10 Jahren kündigte sich die Krankheit durch kleine Schusseligkeiten an. Wir meinten damals, dass der Eintritt in das Rentenalter ihm dies gestatten kann. Allerdings wurde dann 3 Jahre später der Beginn einer Demenz festgestellt. In den folgenden 7 Jahren ging es dann stetig bergab. Mein Mann war bis zum Schluss meist freundlich, selten aggressiv. Voraussetzung war, dass er mich - als seine Frau - und seine Kinder in der Nähe hatte. Er ertrug es nicht allein zu sein, hatte stets Angst vor für ihn Fremden, da er sich nur noch an mich und seine Kinder erinnerte. Zeitweise waren kurze klare Momente vorhanden, in denen er auch seine Schwieger- und Enkelkinder als etwas Bekanntes wahrnahm. Seine vertraute häusliche Umgebung hat er bis zum Ende sehr geschätzt. Man merkte ihm die Erleichterung an, wieder zu Hause zu sein - z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt oder in der zwar sehr seltenen, aber doch in den Jahren dreimaligen Notwendigkeit der Kurzzeitpflege. Mein Mann hatte eine hohe Weglauf-Tendenz aus Krankenhäusern. Er wollte immer nach Hause. In den letzten 2 Jahren seines Lebens hatten wir das Glück, einen Tagespflegeplatz bei einem sehr verständnisvollen und geschulten Pflegedienst zu haben. Nach anfänglicher Eingewöhnungszeit - ich verbrachte in den ersten Tagen jeweils einige Stunden mit ihm in der Tagespflege, brachte ihn jeden Tag hin und holte ihn auch wieder ab - war dieser Tagesrhythmus seine Welt. Danach fuhr mein Mann wie selbstverständlich mit dem Pflegedienst (der ihn jeweils morgens wusch und anzog) mit, und wurde dann am Nachmittag zurückgebracht. Irgendwie zeigte er uns immer, dass er mit diesem Leben glücklich und seine Welt für ihn in Ordnung war, wenn er jeden Tag wieder nach Hause kommen konnte. Von diesem Augenblick an ließ er mich nicht mehr außer Reichweite.
Der körperliche Verfall nahm über die gesamte Zeit stetig zu. Mit all seinen Erscheinungsbildern, wie: Inkontinenz, Sprachstörungen, Laufen, Stehen, Essen (ganz schlimm), wurde alles mehr und mehr zu einem Problem. Bis hin zum für mich völlig unverständlichen Sprechen und schließlichem Verstummen. Mit dem körperlichen Verfall kam das für mich schwer zu ertragende oftmalige eigene Weinen und Verzweifeln über seinen Zustand, sofern einmal ein Funke geistigen Empfindens da war.
Ich habe diese Zeilen geschrieben, weil ich der Meinung bin - und allen Betroffenen Mut machen möchte - seine Angehörigen trotz dieser Einschränkungen zu Hause mit entsprechender Hilfestellung betreuen zu können. Man muss sich aber auch darüber im Klaren sein, dass es Nerven bis zum Zerbersten kostet, und nicht jeder Tag Zufriedenheit ausstrahlt. Es gibt auf Demenz spezialisierte Pflegedienste, wie zum Beispiel den, den wir gefunden haben - und der auch mit diesem Krankheitsbild hervorragend umgehen konnte. Ich hatte nie das Gefühl, mit der Situation allein dazustehen.
Und die Einrichtungen der Tagespflege, die auf die individuellen Gegebenheiten des erkrankten Menschen eingehen, diese akzeptieren und respektieren, die gibt es! Man sollte sich nicht scheuen, diese Dienste in Anspruch zu nehmen. Es war sehr schwer für mich und meine Familie, meinen Mann - und Vater - in einer derartigen Situation zu sehen. Einen Mann, mit dem ich 48 Jahre verheiratet war, der ein Fels in der Brandung für uns darstellte, aber zum Schluss nur noch als kleiner Kieselstein dem Meer trotzte, bis er von den Wellen mitgenommen wurde. Meine Kinder, Schwieger- und Enkelkinder möchten jedoch trotzdem keine Stunde des Zusammenlebens (auch nicht die, während der Krankheit), die jährlichen gemeinsamen Kurzreisen an die Ostsee - dem Lieblingsort meines Mannes - unter Einsatz der ganzen Familie missen. An dieser Stelle möchte ich dafür meiner ganzen Familie und den Pflegekräften meinen Dank aussprechen. Nur so war es möglich, meinem Mann ein für ihn würdiges Leben mit dieser Krankheit zu gestalten.
Alzheimer der Mutter
7 Dienstag, den 19. Juni 2018 um 19:38 Uhr
Birgit
Meine Mama lebt im Pflegeheim, kann sich nicht mehr alleine bewegen, isst nur pürrierte Kost, spricht nicht mehr. Es ist schlimm für mich, sie so leiden zu sehen. Ich streichel sie und denke, sie freut sich. Ich kann es nur an den Augen sehen. Es ist so schwer. Ich hoffe, das noch Kommende durchzustehen.
Alzheimer
6 Sonntag, den 21. Januar 2018 um 17:31 Uhr
Claudia
Meine Mutter hat Alzheimer im Endstadium und es ist traurig zu sehen, wie ein Mensch sich so komplett verändert. Sie hat die Krankheit nun seit 7 Jahren, trägt Windeln, trinkt nicht von allein, isst nur mit Anleitung und hat lange Atempausen beim Schlafen.
Sie ist zu Hause. Wir kümmern uns abwechselnd um sie. Aber man merkt, dass sie von allein nicht mehr wach wird. Wenn man ihr hilft, wach zu werden und sich hinzusetzen, sitzt sie dann nur und spricht nicht. Immer wenn ich sie knuddel und ihre Hände halte merke ich, wie sie mich festhält. Es ist, als wenn sie Angst hat loszulassen.
Wenn sie dagegen gut drauf ist, lacht sie wie früher. Für einen kurzen Moment, der aber so wertvoll ist!
Wir wissen, dass es bald soweit sein wird und sie loslassen wird. Ich hoffe nur, dass es ein leichter Gang sein wird. Und: Wir werden für sie da sein ...!!
Isolierung einer dementen Mutter
5 Dienstag, den 14. März 2017 um 01:48 Uhr
Karin Beck 0650/8050055
Meine Mutter hat laut Dr.Bacher, Dr.Lingg und Dr.Sausgruber Mittelgebirge Alzheimer. Jetzt wird sie isoliert, das Vermögen hat sie NACH diesen Gutachten verschenkt. Die Hausärzte wurden gewechselt. Wo bekommt man Hilfe? Was tun?
Demenz
4 Montag, den 18. Mai 2015 um 02:14 Uhr
Gaby
Meine Mutter, 80 Jahre, ist mit dieser Diagnose auch in einem Pflegeheim. Jedesmal, wenn ich sie besuche, weint sie sehr viel und ist sehr traurig. Sie mòchte wieder nach Hause und hat Heimweh.
Jetzt meine Frage...da sie alleine nicht wohnen kann, gibt es irgendwie Betreuung, und wie ist das mit den Kosten? Tagsüber könnte sie in eine Art Betreuung einer speziellen Einrichtung. Nur nachts und am WE bráuchte sie Hilfe.
Mir bricht es fast das Herz, meine Mutter so leiden zu sehen. Sie hat so Heimweh.
Vater
3 Montag, den 18. Mai 2015 um 00:45 Uhr
sylvia (58jahre)
Mein Vater befindet sich seit 3 Jahren im Pflegeheim. Mittlerweile hat er die 3. Stufe erreicht.
Es ist hart, hilflos zu sein. Er erkennt seit ca. 6 Wochen niemanden mehr, wird schon seit langer Zeit gewickelt, sitzt den ganzen Tag im Rollstuhl, der Versuch des Pflegepersonals ihn ins Bett zu bringen, scheitert an seinen doch noch aggressiven Ausbrüchen. Obwohl er in den letzten Wochen massiv an Gewicht verloren hat.
Ich hatte das GLÜCK, ein Pflegeheim zu finden, das Personal freundlich und jederzeit absprachefähig, Versorgung gut!
Demenz
2 Dienstag, den 28. April 2015 um 20:23 Uhr
Carla
Ich habe meine Mutter gestern ins Pflegeheim gebracht. Heute ging es es ihr schlecht. Sie hat eine gekrümmte Körperhaltung und einen starken Speichelfluss. Das hatte sie vorher nicht. Aber sie schläft auch nicht und ist sehr unruhig.
Mein Vater und die Demenz
1 Dienstag, den 28. April 2015 um 14:32 Uhr
Andreas 51
Als ich hier diesen Artikel las, bin ich mir bewusst geworden, dass mein Vater (87) wohl das Endstadium der Demenz erreicht hat. Seit ein paar Wochen kann er sein Bett nicht mehr verlassen, oder wenn, dann nur noch mit fremder Hilfe in einem Rollstuhl. Mein Vater isst nichts mehr, das wenige was er noch schlucken, kann erbricht er wieder.
Demenz ist ein ganz langsames Sterben. Für alle Beteiligten sehr schlimm. In meinem Fall sehe ich meinen Vater, einst ein kräftiger 100 Kilo-Mann, langsam kaputt gehen. Okay, 87 ist ein gutes Alter, doch vor allem einem lieben Menschen wünscht man nicht so eine abartige Krankheit.
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