Wie äußert sich eine Demenz im fortgeschritteneren Stadium?

Demenz: Fortgeschrittenes StadiumIrgendwann gehen bei einer Demenz bzw. einer Alzheimer-Erkrankung die Anfangssymptome (Antriebsschwäche, Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit) über in ein Stadium, in dem der oder die Betroffene zunehmend Hilfe und Unterstützung im Alltag benötigt.

Die Gedächtnisstörungen haben zugenommen, und es kann zu ernsthafteren Problemen kommen. Rechnungen werden vielleicht nicht mehr bezahlt, die Herdplatte nicht mehr ausgemacht, und die Betroffenen können sich außerhalb ihrer normalen Umgebung verirren. Wie sich die stärker werdenden Gedächtnisprobleme im einzelnen auswirken, ist individuell so variantenreich, dass es praktisch nicht vorhersagbar ist.

Demenz: Stimmungsschwankungen sind typisch

Auch die Persönlichkeit verändert sich bzw. geht immer mehr verloren. Die Betroffenen spüren meist noch sehr genau, dass sie im Alltag nicht mehr zurechtkommen, und können darauf mit heftigen Stimmungsschwankungen und Depressionen reagieren. Auch die Sprache geht zunehmend verloren, nicht selten wird sie unverständlich.

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Für die Angehörigen und Freunde sind diese persönlichen Veränderungen oft noch viel belastender als das nachlassende Erinnerungsvermögen. Denn man bekommt plötzlich nichts mehr zurück. Man möchte helfen aber wird eventuell sogar mit aggressiver Abwehr konfrontiert. Das tut weh, auch wenn man sich noch so oft sagt, dass es ein Krankheitssymptom ist.

Fortgeschrittene Demenz: Harte Zeit auch für die Pflegenden

Man muss in dieser Phase lernen, dass man mit seinem Gegenüber nie (oder nur noch vereinzelt) mehr wird sprechen können wie früher. Vom liebenden Partner oder Angehörigem oder Freund wird man zunehmend zum Pflegenden, und leider oft ohne ein Dankeschön oder ähnliches zurückzubekommen.

Was genau passiert und wie schnell es voranschreitet, ist individuell sehr unterschiedlich. Aber für die Angehörigen kommt so oder so irgendwann in dieser Phase die Frage auf, inwieweit sie selbst noch zu einer genügenden Pflege in der Lage sind und ob eine pflegerische Unterstützung oder die Betreuung in einem Pflegeheim notwendig ist. Solange eine häusliche Pflege (mit Pflegekraft) möglich ist, ist das sicher auch für den Demenz-Erkrankten die wünschenswerteste Lösung.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (17)
Demenz-WG
17 Donnerstag, den 14. Februar 2019 um 08:28 Uhr
Barbara
Meine Mutter (75 Jahre) ist an Demenz erkrankt. Wann, kann niemand mehr so ganz genau sagen. Ich habe ein schwieriges Jahr mit meiner Familie hinter mir. Besonders mein Vater ist an seine Grenzen geraten, und es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen meiner Mutter und ihm. Daraufhin nahm ich meine Mutter zu mir. Eine 24h Aufgabe! Meine Arbeit habe ich ausgesetzt - denn ich wusste, mache ich so weiter, werde ich von der Situation aufgefressen, da ich niemandem mehr voll gerecht werden konnte. Nicht meiner Mutter, nicht mir, meinem Mann, unserem Sohn. Meine Mutter war zwei Tage in einem Pflegeheim. Zwei Tage, gefühlte Hölle! Dann habe ich sie wieder rausgeholt. Demenzerkrankte brauchen unglaublich viel Zuwendung, Menschen, die Sie ernst nehmen, Geborgenheit, Zärtlichkeit, Sicherheit. Prompt hat meine Mutter wieder mit Gewalt reagiert, weil ihr all das gefehlt hat. Dann ging meine Suche los: Es muss doch einen Ort mit liebevollen Menschen geben!? Meine Psychotherapeutin sagte zu mir: Es wird keine Lösung geben, nach der Du Dich sehnst. Sie hat Recht. Es gibt keine Lösung. Der Schmerz und der Kampf bleiben. Meine Mutter wohnt jetzt in einer Demenz-WG und natürlich bekommt Sie nicht alles, was Sie braucht. Aber die engagierten Pfleger und Hauswirtschafter sind liebevoll und haben Zeit; es ist wie in einer Familie, nicht immer leicht, aber man arrangiert sich. Jeder hat sein eigenes Zimmer als Rückzugsort. Ich kann so eine selbstbestimmte Form des Wohnens für Demenzkranke nur empfehlen, denn die Angehörigen können mitbestimmen, können Teil dieser großen Familie werden und erhalten Unterstützung! Ich möchte Euch Mut machen, auf Eurer Suche nach einer Lösung nicht aufzugeben - auch, wenn es die erhoffte Lösung nicht gibt, gibt es ein würdevolles Leben, das es zu schützen gilt und das wir teilen können!
Pflege bei Ihnen zu Hause in Bremen
16 Dienstag, den 15. Januar 2019 um 11:05 Uhr
Frank Mielow
Habe meine Mutter, bevor sie starb, 6 Jahre zuhause gepflegt. Pflege-Grad 5. Sie hatte Demenz im Endstadium. Ich habe genug Erfahrungen - auch mit den Kassen. Bin 60 und gehöre keiner Pflegeeinrichtung. Bitte melden Sie sich unter 01623538255. Danke.
Mutter
15 Samstag, den 12. Januar 2019 um 12:15 Uhr
Frank Frank mielow
Meine Mutter war im Endstadium dement.
Meine Mutter gepflegt
14 Samstag, den 12. Januar 2019 um 12:11 Uhr
Frank
Meine Mutter, 95 Jahre, habe ich 6 Jahre gepflegt. Bis sie im Pflegeheim (Verhinderungspflege) starb, hatte ich sie zu Hause rund um die Uhr gepflegt. Zuletzt mit einem Pflegedienst. Diese Zeit war für mich sehr anstrengend. Aber, wir hatten uns oft in "den Klamotten" und dann wieder lieb. Wir haben uns oft gegenseitig verziehen, weil auch ich in manchen Situationen überfordert war. So hatte ich zwischendurch einen lauten Wutausbruch, den ich aber nicht wirklich gewollt habe. Meine Mutter verzieh mir. Und ich ihr. In dieser Situation ging der Blutdruck wieder ein bisschen mehr nach oben. Im Großen und Ganzen hatten wir uns lieb. Meine Mutter konnte ja nichts dafür. Sie sagte zu mir, du tust mir leid und ich sagte, du warst für mich da, früher, und jetzt bin ich für dich da. Sie hatte 2 Hirninfarkte (2 Dekubituse, einer fallend) und lag die letzten Monate nur noch im Bett. Sehr viel geschlafen, aber auch bis zum Schluss gut gegessen und getrunken. Bis sie gestorben ist. An Altersschwäche. Meine Mutter hatte Pflegegrad 5. Ich finde jetzt mit 60 keine Arbeit mehr, beziehe Hartz IV. und seitens der Regierung lässt man mich in Stich. Habe aber kein schlechtes Gewissen. Habe meine Mutter sehr gerne gepflegt. Ich heiße Frank Mielow und wohne in Bremen, Seeberger Straße 41.
Alzheimer - Endstation?
13 Dienstag, den 08. Januar 2019 um 23:48 Uhr
Petra Dorowski
Hallo,
vor 5 Jahren wurde bei meinem Vater Alzheimer diagnostiziert. Seit 2 Jahren ist mein Vater im Pflegeheim. Letztes Jahr, im August, hatte er eine offene Wunde am linken Zeh. Es heilte sehr schlecht, und am 23.12.18 hatte er eine Sepsis. Er lag 4 Tage im Krankenhaus. Nach ca.zwei Wochen wurde das Antibiotika abgesetzt, und 2 Wochen später wurde das Bein wieder sehr rot und heiß. Seit der ersten Entlassung aus dem Krankenhaus, war ich mit meinem Vater 4x im Krankenhaus. Er hat jedesmal Antibiotika bekommen, und nach dem Absetzen das Gleiche wieder. Ich bin ratlos! Hat jemand Erfahrung damit, oder einen Rat?
Frontotemporle Demenz
12 Mittwoch, den 02. Januar 2019 um 23:02 Uhr
Irmgard
Hallo,
mein Mann ist seit 4 Jahren an Demenz erkrankt. Die Krankheit begann mit 57 Jahren und ist soweit fortgeschritten, dass er rund um die Uhr Pflege braucht. Macht selber gar nichts mehr. Es ist eine schwere Zeit für mich angebrochen. Einmal in der Woche ist er für ein paar Stunden in Betreuung. Sonst versorge ich ihn. Ich hoffe, dass ich gesund bleibe, und ihn bis zum Ende versorgen kann. In ein Heim möchte ich ihn auf gar keinen Fall geben. lg
Demenzverlauf
11 Donnerstag, den 01. November 2018 um 17:56 Uhr
sigrid von trzebiatowski
Hervorragend geschildert! Vielen Dank.
Meine an Demenz erkrankte Tante
10 Dienstag, den 17. Juli 2018 um 17:45 Uhr
Elli
2012 wurde die Demenz diagnostiziert. Bis 2015 habe ich meine Tante zu Hause unterstützt. Dann ging das nicht mehr, und ich habe sie zu mir nach Hause genommen. Wir hatten 2,1/2 Jahre noch ein paar schöne Tage und Momente. Auch wenn die Krankheit stetig voranschritt, haben wir uns immer nur auf das konzentriert, was noch machbar war. Nun sieht es so aus, dass meine Tante im Endstadium ist, und alles was sie ausgemacht hat, verloren gegangen ist. Sie kann nicht mehr laufen und bewegt sich nicht mehr aus eigenem Antrieb. Sie hat Schluckstörungen und macht nur noch singende Geräusche. Mich erkennt sie immer noch und lächelt mich morgens immer an. Sie so zu sehen, ist schon sehr schlimm. Ich hoffe, dass sie bald friedlich einschläft.
Demenz bei meinem Schwiegervater
9 Montag, den 19. März 2018 um 18:12 Uhr
Bettina
Ich lebe in den Niederlanden. Mein Schwiegervater ist nun seit Ende Dezember 2017 im Alten/Pflegeheim. Gestern war sein 86. Geburtstag.
Ich habe ihm eine Torte gemacht und Kuchen für die Mitbewohner.
Die Familie besteht nur aus vier Kindern und einem Enkel. Mein Schwiegervater hat gestern geweint, dann - etwa eine halbe Stunde später - war er sehr böse und schrie mich an. Ich wusste gar nicht damit umzugehen! Irgendwie fehlt mir auch die Liebe in dieser Familie zum Vater. Sie sagen zwar: Ohhh, mein Pa, der arme! Aber mein Gefühl sagt mir, dass es so nicht gemeint ist.
Ich versuche immer, normal mit ihm zu reden. Meine Schwägerin dagegen so, als wenn er dumm oder ein Baby wäre. Das ist er in meinen Augen absolut nicht. Ich weiß nicht, wie ich es ihr beibringen kann, mit ihm normal umzugehen.
Es macht mich echt fertig, dass er zwar Besuch bekommt, aber doch allein gelassen wird. Wir haben nicht mal gemeinsam Kuchen gegessen. Das habe ich dann mit meinem Mann und Schwiegervater allein gemacht. Mein Schwiegervater ist sehr verwirrt und möchte immer zu seinen Eltern. Erzählt, er wäre an Orten gewesen, die wir nicht kennen und sagt, wie schlimm es dort gestern war.
Ich denke, dass die Demenz sehr weit fortgeschritten ist, obwohl er doch noch gut zu Fuß ist. Wie kann ich ihm helfen? Was kann ich tun? Er möchte immer weg von dort. Nach Hause zu seinen Eltern.
Ich weiß nicht, wie ich ihm helfen kann.
Ich hoffe, es war ein wenig verständlich. Bin dankbar für jeden Tipp!
LG - Bettina
Mittel gegen Demenz / Alzheimer
8 Freitag, den 01. Dezember 2017 um 00:37 Uhr
Adrian B.
Meine Großmutter erkrankte an Alzheimer bzw. bekam die Diagnose 2006. Heute ist sie 85 Jahre und lebt im Pflegeheim. Sie hat eine fortgeschrittene Demenz. Meine Mutter hat sich sehr gut um sie gekümmert und ihr mit viel Liebe alles gegeben.
Sie hat leider auch über 3 Jahre Medikamente verschrieben bekommen, die ihr nicht wirklich gut taten. Eine Alzheimer-Demenz kann man leider nicht aufhalten, ich weiß.
Könnte man eine Demenz mit Mitteln wie hochdosiertem Vitamin D, Antioxidantien wie Opc, Kurkuma, griechischem Bergtee oder auch Hanftee oder cbd-Öl mildern oder stärker bremsen? Habe Angst um meine 64 jährige Mutter, die auch viel durchgemacht hat. Hat jemand Erfahrung mit diesen Stoffen?
Alles Gute an alle Mitbetroffenen
Demenz im fortgeschrittenen Stadium
7 Donnerstag, den 07. Juli 2016 um 12:15 Uhr
Sonja philippi
Ja, das alles kann ich nur unterstreichen, genauso erlebe ich es gerade. Ich bin vom "Fach" und als Krankenschwester in der ambulanten Pflege Umgang mit Demenzkranken gewöhnt, aber es am eigenen Ehepartner zu erleben, ist noch einmal eine ganz andere Sache. Da bin ich auch eben Angehörige, die entsetzt, traurig und manchmal wütend und manchmal verzweifelt ist. Bald werde ich mir auch selbst bei der "Betreuung" Hilfe holen müssen, damit ich selbst einmal verschnaufen kann. Am schlimmsten ist es für mich, den "Partner" zu verlieren und stattdessen einen Mann zu haben, der immer mehr zum "Kind" wird.
@Roswitha
6 Sonntag, den 06. September 2015 um 20:20 Uhr
eroso
Gut möglich wäre auch eine Zwischenlösung - die Tagesbetreuung. Es entlastet Sie und Sie können Ihren Mann noch zu Hause lassen, so lange Sie es noch schaffen und die Wohnung dazu geeignet ist.
Eine ebenfalls sehr gute Alternative ist das Betreute Wohnen, wo eine kleine Wohnung (ca. 50-60qm) direkt in einem Heim integriert ist. So könnten Sie mit Ihren Mann zusammen bleiben und gleichzeitig Pflegeleistungen in Anspruch nehmen. Es gibt Atriumshäuser von einer Bürgerinitiative, die mehrere Anlagen in Deutschland gebaut haben, vielleicht ist ja eines in Ihrer Nähe. Die sind bezahlbar und bieten neben den persönlichen Freiraum, alles notwendige an Pflege an, bis hin zur Vollverpflegung. Optional kann man vom Mittagessen bis zur kompletten Versorgung alles buchen.
Heim?
5 Sonntag, den 06. September 2015 um 20:00 Uhr
eroso
Diese Frage ist schwer zu beantworten. Es gibt keine allgemein gültige Lösung. Irgendwann wird die Situation auftreten, dass man im privaten Umfeld an seine Grenzen stößt, da der Grad der Verwirrung stark angestiegen ist und alltägliche Verrichtungen wie der Toilettengang, das Essen nur noch mit Unterstützung möglich sind.
Sehr oft zu beobachten, der Schlaf-/Wachrhytmus ist nicht mehr vorhanden. Eine 24 Stunden Betreuung ist unumgänglich. Ab diesen Punkt braucht man Expertenberatung, wie es finanziell zu tragen ist und man sollte sich ehrlich fragen - kann ich es noch im häuslichen Umfeld leisten, ohne dabei an meine psychischen und physischen Grenzen zu geraten.
Niemanden ist geholfen, wenn er aus Pflichtbewusstsein selbst krank wird und am Ende vielleicht sogar aggressiv gegenüber dem Erkrankten wird, weil er mit dem Grad der Verwirrung nicht mehr zurecht kommt und der ganzen Situation hilflos überfordert gegenüber steht. Beruflich habe ich es sogar erlebt, wo die Erkrankten eingesperrt wurden, oder sogar am Stuhl gefesselt wurden, um sie am "Weglaufen" zu hindern. Ein Akt der Hilflosigkeit. Es zeigt nur auf, wie schwer es unter Umständen wird, zum Beispiel in einer zentralen Stadtwohnung demenziell Erkrankte zu schützen, vor sich selbst und auch andere vor ihnen, da sie durchaus zur Gefahr werden können, wenn sie unbeaufsichtigt auf einmal über eine stark befahrene Straße laufen.
Mittlerweile gibt es sehr gute Heime, die speziell auf die Besonderheiten der Demenz eingerichtet sind. Mit eingefriedeten Gelände, kleine Wohngruppen, statt "Verwahrungssälen" und Betreuungsangeboten mit alltagstypischen Inhalten-
Gartenarbeit, Handwerken, Kochen usw., sodass Bewohner das Gefühl haben, gebraucht zu werden und ihren Tag sinnvoll verbringen können. Heime die immer noch mit einem Aktivierungsraum arbeiten, wo die Bewohner täglich von morgens bis abends sitzen und mit krampfhaften Programm berieselt werden, weil irgend jemand mal glaubte, man muss ihre grauen Zellen unbedingt fordern, sollte man mit Vorsicht begutachten.
Bevor man sich für ein Heim entscheidet, sollte man auf jeden Fall unbedingt ein paar mal dort ohne Anmeldung gewesen sein. Versuchen Sie die Atmosphäre zu erspüren und fitte Bewohner in ein Gespräch zu verwickeln. Lassen Sie sich nicht anmerken, dass Sie sich einen Eindruck verschaffen wollen.
Im Internet kann man ebenfalls recherchieren und Bekannte fragen, die vielleicht mehr darüber wissen. Nie voreilig in der Nähe ein Heim aussuchen, nur weil es gut zu erreichen ist. Die Noten sind nicht aussagefähig. Niemand sollte sich von einer EINS blenden lassen.
Wichtig ist: sich die Bewohner genau anschauen. Sehen sie entspannt aus? Sind sie überwiegend sauber gekleidet, das Haar gepflegt, die Fingernägel sind zum Beispiel ein sehr guter Hinweis, genau wie die Bartpflege bei den Männern. Ebenso die Luftqualität. Achtung, wenn ständig ein Duftstoff in der Luft ist- hiermit sollen Uringeruch etc. überdeckt werden. Wie wirken die Mitarbeiter- sehen sie gehetzt und gestresst aus? Wirken viele dement lethargisch? Vorsicht - sie werden vielleicht ruhig gestellt usw.
Es gibt viele ausgezeichnete Heime mit ehrenamtlichen Helfern die wirklich ein sinnvolles und schönes Klima für die Bewohner schaffen, aber auch nicht wenige Heime, die zwar super ausgestattet sind, aber in denen eine kalte distanzierte Atmosphäre herrscht. Schauen Sie sich genau an, wie mit auffälligen Verhalten umgegangen wird (Schreien, permanente Unruhe)! Betreuung ist nicht gleich Betreuung!
Demenz im frühen Alter
4 Sonntag, den 26. Juli 2015 um 10:47 Uhr
Roswitha hoss
Wer hat Erfahrung mit Alzheimer Demenz im Alter von 58 Jahren? Mein Mann ist im Alter von 58 Jahren an Alzheimer Demenz erkrankt. Er hat 2 1\2 Jahre Medikamente für die Krankheit bekommen. Die hat man jetzt vor 3 Monaten abgesetzt, weil man der Meinung ist, sie bringen nichts mehr. Er ist mir einmal laufen gegangen, kann sich kaum noch unterhalten, weil ihm die Worte fehlen. Ist inkontinenz geworden. Abends wollte er nicht ins Bett. Somit habe ich schlecht geschlafen und war morgens nicht ausgeruht.
Habe ihn jetzt für 6 Wochen in die Kurzzeitpflege getan, weil ich nicht mehr konnte. Ich war mit meinen Kräften zu Ende. Ich bin mit mir am kämpfen, ob ich ihn da lasse oder wieder nach Hause holen soll. Man hat mir geraten, ihn dort da zu lassen, weil es nicht besser wird, sondern schlimmer wird.
Wer war schon mal in der gleichen Situation und kann mir einen Ratschlag geben?
Vater mit Demenz
3 Dienstag, den 26. Mai 2015 um 18:07 Uhr
Eine Angehörige
Lieber Angehöriger,
ich habe großen Respekt, dass sie Ihren Vater bei sich aufgenommen haben. Dass es hart und nervenaufreibend ist, glaube ich Ihnen gerne. Leider hat man als pflegender Angehöriger nicht die Möglichkeiten beim MDK wie z.B. ein Pflegeheim. Der MDK interessiert sich nur, was dokumentiert ist, wirklich hinschauen wollen die nicht. Es gibt tolle Berichte, was angeblich alles gemacht wird, leider nur auf dem Papier.
Die Wahrheit ist, gerade in der Nacht ist eine Pflegekraft für drei Stockwerke mit ca. 15 bis 20 Bewohnern pro Stockwerk unterwegs. Sicher sind nicht alle dement. Dass das eine Person nicht schafft bzw. nur das allernötigste machen kann, ist wohl klar, und die Überforderung der Pfleger äußert sich in hohem Krankenstand, schlechter Laune, Ausreden, Verleugnungen bis hin zu Beschimpfungen der hilflosen Bewohner.
Ich kann Ihnen nur raten, holen sie sich eine Hilfe nach Hause.
Herzliche Grüße und viel Kraft Geduld und Liebe wünsche ich Ihnen.
Harte Zeit auch für die Pflegenden
2 Dienstag, den 26. Mai 2015 um 17:57 Uhr
Eine Angehörige
...wünschenswert für die Erkrankten, die Pflege zu Hause mit Pflegekraft zu erledigen, dem kann ich nur zustimmen, im Pflegeheim gibt es viel zu wenig Zuwendung und das Anreichen von Essen wird total vernachlässigt, ebenso die Körperpflege. Es geht alles unter Zeitdruck.
Die Pflegeheimbetreiber fahren die dicken Autos, stopfen ihre Taschen voll Geld, und das Personal und die Bewohner müssen darunter leiden.
Nur sollte die Regierung die Angehörigen straffrei stellen, wenn sie eine bezahlbare Hilfe aus dem Ausland in Anspruch nehmen. In Wirklichkeit wäre das ein Gewinn für alle Beteiligten. Für die Menschen, die ihre Hilfe in der Altenpflege anbieten, ist das Geld, das sie auf die Hand bekommen, viel Wert, sie müssen und können sich intensiver und damit liebevoller um den Pflegenden kümmern, weil sie keinen Zeitdruck haben und nur eine Person zu versorgen haben.
Der, der gepflegt wird, ist sicherlich weniger aggressiv und depressiv, weil Zeit für Zuwendung bleibt. Die Angehörigen müssen sich nicht ärgern, wenn sie, damit es den Eltern gut geht, selbst einen Großteil der Pflege im Pflegeheim übernehmen, bevor alle Zähne verfault sind!
Vater mit Demenz
1 Samstag, den 18. April 2015 um 06:51 Uhr
Sylvia Tews
Ich habe seit 3 Monaten meinen Vater bei mir, bis dahin lebte er noch alleine. Vor 3 Monaten hatte er eine Tia, und dann ging es bergab ! Er weiß nicht, wo er wohnt, er braucht bei allem Hilfe, er kann sich nicht mehr alleine anziehen, waschen und pflegen. Wir stehen in der Nacht bis zu 6 mal auf, weil er die Toilette nicht findet, meist ist es dann sowieso zu spät !!! Manchmal wird er frech, dann ist er wieder ganz lieb, Es ist schlimm, einen geliebten Menschen so zu sehen !! Ich habe Angst vor dem Tag, wenn ich Ihn ins Heim geben muss.
Dazu noch die Ignoranz und Frechheit der Pflegekasse. Pflegestufe 2 wurde zum 3. Mal abgelehnt. Die Aussage des MDK: wenn mein Vater länger bei mir wohnt, würde er auch nachts alleine die Toilette finden !! Wo leben wir eigentlich ??????????
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