Wird Alzheimer vererbt?

Bei der häufigsten Form der Alzheimer-Demenz, dem sogenannten sporadischen Morbus Alzheimer, spielen genetische Faktoren nur eine nachgeordnete Rolle - zumindest soweit man bisher weiß. Denn in letzter Zeit sind bis dato unbekannte "Alzheimer-Gene" entdeckt worden, so dass die genetische Komponente der Krankheitsentstehung vielleicht doch größer ist als bisher angenommen.

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Erste Alzheimer-Gene lokalisiert

Zusammenfassend kann man derzeit sagen: Der "sporadische Morbus Alzheimer" (weit über 90% aller Alzheimer-Fälle) ist sicherlich keine klassische Erbkrankheit, bei der ein bestimmtes Gen von den Eltern auf die Kinder übertragen wird. Aber bestimmte genetische Konstellationen können das Krankheitsrisiko erhöhen. Einige dieser Genveränderungen wurden auch schon konkret lokalisiert. Die Namen dieser "Alzheimer-Gene" klingen wie russische Raumkapseln: Apolipoprotein Epsilon 4 (ApoE4) und SORL1.

Anders sieht es bei der sehr viel selteneren, sogenannten "familiären Alzheimer-Erkrankung" aus. Bei dieser Variante des Morbus Alzheimer sind eindeutig und hauptsächlich genetische Faktoren die Ursache. Auch liegt hier der Erkrankungsbeginn sehr viel früher als beim klassischen Morbus Alzheimer. Die Demenz beginnt bei den Betroffenen mit familiärem Alzheimer oft schon zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Häufig gestellte Fragen

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Diagnose

Gibt es dokumentierte Fälle, bei denen sich die Alzheimer-Krankheit innerhalb von 3 bis 4 Wochen vom frühen Stadium zum späten Stadium entwickelt hat?

Uns sind keine Fälle bekannt, bei denen sich die Alzheimer-Krankheit derartig rasant entwickelt hätte. Im Krankheitsverlauf wechseln Phasen der Stabilität mit Perioden der Verschlechterung kognitiver, sozialer oder körperlicher Fähigkeiten. Die Alzheimer-Krankheit trifft nicht jeden Patienten in gleicher Weise oder im gleichen Ausmaß.

Obwohl hauptsächlich das Gehirn von der Alzheimer-Krankheit betroffen ist, verursacht die daraus resultierende geistige Verwirrung nicht den Tod. Im fortgeschrittenen Stadium der Alzheimer-Krankheit führt die Zerstörung des Gehirns zu Problemen in anderen Organsystemen, wie dem Verdauungstrakt, dem Urogenitalsystem und dem Immunsystem. Die Patienten sind anfällig für Lungenembolien, Infektionen oder andere Krankheiten. Atemprobleme nehmen vor allem bei bettlägerigen Patienten zu. Der Tod eines Alzheimer-Patienten ist häufig das Ergebnis von Begleitkomplikationen.

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Ich habe gelesen, dass sich die Demenz in einigen Fällen zurückbilden kann. Können Sie das erklären?

Die Alzheimer-Krankheit ist die bekannteste Form einer Demenz. Es handelt sich bei einer Demenz um einen neurologischen Vorgang, der die geistigen Fähigkeiten des Patienten und seine Möglichkeiten zur Kommunikation und Erinnerung beeinflusst. Eine Demenz kann aus einer Vielzahl körperlicher Störungen resultieren, hervorgerufen zum Beispiel durch einen Schlaganfall, eine Dehydration, Infektionen des Gehirns, Nährstoffmangel oder medikamentöse Wechselwirkungen. Aus diesem Grund ist es möglich, eine Demenz, die durch eine dieser Ursachen ausgelöst wurde, zurückzubilden, zum Beispiel im Falle eines Nährstoffmangels oder einer Infektion des Gehirns.

Dagegen ist es zurzeit nicht möglich, eine Rückbildung der Demenzform herbeizuführen, die durch die Alzheimer-Krankheit ausgelöst wird und die aus der fortschreitenden Zerstörung von Hirnzellen resultiert. Es gibt allerdings Medikamente, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können.

Die wichtigsten Formen von Demenzen werden in unserem Ratgeber „Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen“ vorgestellt.

„Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen“ können Sie hier online bestellen

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Was ist ein SPECT-Test?

Die Single-Photon-Emission-Computer-Tomografie (SPECT) ist ein Verfahren, das den Blutfluss in verschiedenen Regionen des Gehirns misst. SPECT ist preiswerter und leichter verfügbar als PET, wodurch es häufiger in Kliniken eingesetzt wird. SPECT-Studien zeigten auch Blutfluss-Abnormalitäten in Teilen des Gehirns von Alzheimer-Patienten.

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Wie wird die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert?

Bis heute gibt es keinen hundertprozentig sicheren Test zur Diagnose von Alzheimer. Der Arzt schließt zunächst alle anderen Möglichkeiten aus. Im späteren Stadium sind die klinischen Anzeichen so eindeutig, dass die endgültige Diagnose sehr selten falsch ist.

Eine gründliche Diagnose beinhaltet folgende Aspekte:

  • Tests zur Früherkennung von Demenzen (beispielsweise Mini Mental Status Test (MMST), der DemTect, Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD), Uhrentest)
  • komplette Krankengeschichte und körperliche Untersuchung des Patienten
  • Blut- und Urinuntersuchungen im Labor, um Infektionen und andere Krankheiten auszuschließen

Mit diesen Tests lässt sich eine Verdachtsdiagnose stellen, Patienten sollten zur Diagnosesicherung und Differentialdiagnose zum Neurologen überwiesen werden. Dann können weitere spezielle neuropsychologische Tests (z.B. CERAD, ADAS-cog oder SIDAM) durchgeführt und eine ausführlichen neurologische Untersuchung veranlasst werden, wie:

  • ein Elektroenzephalogramm (EEG)
  • ein Computer-Tomogramm (CT)
  • oder ein Kernspin-Tomogramm (MRT)

Mit bildgebenden Verfahren können beispielsweise stumme Infarkte oder Tumore als Ursache ausgeschlossen werden. Der Neurologe wird auch eine Therapie vorschlagen oder einleiten.

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Wie lange dauert die Alzheimer-Krankheit durchschnittlich?

Die durchschnittliche Dauer der Alzheimer-Krankheit beträgt 7 Jahre nach der Diagnosestellung. Jedoch variiert dies von Patient zu Patient. In einigen Fällen dauert die Krankheit bis zu 20 Jahren.

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Was sind die einzelnen Stadien der Alzheimer-Krankheit?

Es gibt drei grundlegende Stadien der Alzheimer-Krankheit:

Stadium 1

: Ganz zu Beginn der Erkrankung sind Alzheimer-Patienten kraft- und energielos und verlieren an Spontaneität. Diese Symptome werden jedoch meist nicht als unnormal registriert. Patienten zeigen leichte Gedächtnisstörungen und Gemütsschwankungen, und sie lernen und reagieren langsam. Nach einer Weile beginnen sie vor allem Neuen zurückzuschrecken und bevorzugen das, was ihnen gut bekannt ist. Der Gedächtnisverlust beginnt, sich auf die Arbeit auszuwirken. Der Patient ist durcheinander, vergisst schnell und beurteilt Dinge falsch.

 

Stadium 2

: In diesem Stadium kann der Alzheimer-Kranke noch alleine Aufgaben erfüllen, braucht aber vielleicht schon Hilfe bei der Bewältigung komplizierterer Dinge. Sprache und Auffassungsgabe werden langsamer, und Patienten vergessen oft mitten im Satz, was sie sagen wollten. Sie können sich außerhalb des Hauses verirren oder sie vergessen, Rechnungen zu bezahlen. Wenn Alzheimer-Kranke spüren, dass sie die Kontrolle verlieren, können sie depressiv, irritiert und unruhig werden. Die Individualität geht eindeutig verloren. Ereignisse, die lange zurückliegen, werden erinnert, während das, was erst kürzlich war, schwer zu erinnern ist. Die fortgeschrittene Alzheimer-Erkrankung wirkt sich auf die Fähigkeit der Kranken aus, zu verstehen, wo sie sind, welcher Tag ist und welche Uhrzeit. Pflegende Angehörige müssen klare Anweisungen geben und diese oft wiederholen. Wenn der Gedächtnisverlust des Alzheimer-Kranken fortschreitet, erfindet er Worte und erkennt bekannte Gesichter nicht mehr.

 

Stadium 3

: Im Endstadium können Patienten nicht mehr kauen und schlucken. Der letzte Rest Persönlichkeit schwindet. Das Gedächtnis ist nun nur noch sehr schwach und niemand wird von dem Patienten wieder erkannt. Er verliert die Kontrolle über Blase und Stuhlgang und benötigt intensive Pflege. Alzheimer-Patienten erkranken an Lungenentzündung, Infektionen oder anderen Krankheiten. Atmungsprobleme werden größer, besonders, wenn der Patient bettlägerig wird. Diese Folgen führen schließlich zum Tod.

 

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Gibt es einen Gen-Test, mit dem eine Disposition für die Alzheimer-Krankheit festgestellt werden kann?

Es gibt einen Bluttest, mit dem es möglich ist, herauszufinden, ob eine Disposition für Alzheimer vorliegt. Der Test dient eigentlich dem Bereich einer schon gut erforschten Herzkrankheit, die mit Apolipoprotein (apoE-gene) in Verbindung steht. Jedoch kann dieser Test nichts darüber aussagen, ob ein Mensch tatsächlich eine Alzheimer-Krankheit entwickelt oder wann. Auch wenn einige Menschen wissen möchten, ob sie in ihrem späteren Leben die Alzheimer-Krankheit bekommen - diese Art der Vorhersage ist bislang nicht möglich.

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Kann die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert werden, bevor Symptome auftreten?

Die Alzheimer-Krankheit kann nicht diagnostiziert werden, solange keine Symptome aufgetreten sind.

Seit kurzem untersuchen Wissenschaftler, ob ein bestimmter Typ der Gedächtnisveränderung, der LKB (leichte kognitive Beeinträchtigung) genannt wird, eine Vorstufe von Alzheimer ist. LKB unterscheidet sich sowohl von der Alzheimer-Krankheit als auch von der normalen altersbedingten Vergesslichkeit. Menschen mit LKB haben ständig Gedächtnisprobleme, sind aber nicht verwirrt, haben keine Probleme mit der Aufmerksamkeit und auch keine Schwierigkeiten mit der Sprache.

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Mit welchen Tests kann der Arzt eine Alzheimer-Krankheit erkennen?

Es existieren verschiedene psychometrische Tests, mit denen das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit, Konzentration und Wahrnehmungsfähigkeit gemessen werden kann. Ein erfahrener Hausarzt kann die Tests durchführen. Sie beinhalten unter anderem den meist eingesetzten MMST (Mini Mental Status Test), den Uhren-Test, den DemTec (Demenz Detection Test = Demenz-Nachweistest), einen Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD).

Der komplexere ADAS-cog-Test (Alzheimer’s Disease Assessment Scale, cognitive subscale) wird eher bei Neurologen oder in klinischen Studien durchgeführt, um das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit zu bestimmen.

Sinnvoll ist immer eine Kombination verschiedener Test, um die Aussagefähigkeit zu erhöhen. Für eine gesicherte Differenzialdiagnose ist meist eine Überweisung zum Neurologen erforderlich. Dort stehen eher als beim Hausarzt neuropsychologische Tests, eine ausführliche neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren zur Verfügung.

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Ursachen

Warum bekommt man die Alzheimer-Krankheit oder andere Formen der Demenz erst spät im Leben?

Der Begriff Demenz ist der Oberbegriff für eine Gruppe von ähnlichen altersbedingten Beschwerden, die mit einer funktionsgestörten, verminderten Wahrnehmung einhergehen. Der Begriff Senilität wird heute kaum noch gebraucht, aber er bezieht sich auf Gedächtnisverlust und Demenz, wie sie früher als Teil des Altwerdens definiert wurden.

Wenn Menschen länger leben, steigt das Risiko, an Alzheimer zu erkranken dramatisch an. Von den 70-75jährigen sind nur 2-3 Prozent betroffen während es bei den über 90jährigen mehr als ein Drittel sind.

Obwohl das Alter die häufigste Ursache für eine Demenz in älteren Jahren ist, gibt es auch andere Ursachen, die zu einer Demenz führen können. Dazu gehören vor allem so genannte vaskuläre Erkrankungen, bei denen es zu Schädigungen bestimmter Wahrnehmungsbereiche im Gehirn, unter anderem auch des Gedächtnisses, kommt und die das tägliche Leben beeinträchtigen.

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Können Sie den Begriff Apoptose bei Alzheimer näher erklären?

Apoptose wird auch „programmierter Zelltod“ genannt und beschreibt Zellen, die Selbstmord begehen. Während der Apoptose werden Gene aktiviert, die „Killer-Proteine“ freisetzen, was den Zellen signalisiert, mit dem Sterben zu beginnen. Die Identität der Killer-Proteine und ihre Stellung innerhalb der Verkettung von Vorkommnissen (Kaskade), die zum Zelltod führen, ist noch nicht vollständig geklärt.

Programmierter Zelltod ist für eine gute Funktion des Organismus nötig, um Zellen zu zerstören, die für den Körper gefährlich sind (zum Beispiel Zellen mit DNA-Schäden, die zu Krebs führen könnten).

Studien haben gezeigt, dass Nervenzellen im Gehirn von Alzheimer-Patienten durch Apoptose sterben. Wissenschaftler zeigten auch auf, dass Beta-Amyloid, das sich in abnormalen Mengen im Gehirn von Alzheimer-Patienten sammelt, Apoptose verursachen kann. Deshalb forschen viele Wissenschaftler nach Wegen, die die Kaskade, die zur Apoptose bei der Alzheimer-Krankheit führt, stoppen.

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Ist die Molekuar-Pathologie der Alzheimer-Krankheit bekannt?

Die Alzheimer-Krankheit ist charakterisiert durch Ablagerungen von beta-Amyloid-haltigen Plaques auf der Außenseite der Neuronen und Tau-Protein-haltigen Fibrillen im Inneren der Zellen. Es kommt zu einem Rückgang der Verbindungen zwischen den Nervenzellen und schließlich zum Untergang der Nervenzellen selbst. Auch wenn noch nicht klar ist, welcher Faktor ursächlich für die Alzheimer-Krankheit ist, so korreliert doch die Menge der Fibrillen, die sich in den Neuronen finden, stark mit den Verhaltensstörungen, die man bei den Patienten beobachtet. Die dem Tau-Protein zugrunde liegende Molekular-Pathologie ist noch nicht geklärt.

Beta-Amyloid wird im Gehirn durch die Spaltung des Amyloid-Vorläufer-Proteins (APP) produziert. Zwei Enzyme sind dafür verantwortlich: beta-Sekretase und gamma-Sekretase. Während das meiste APP normalerweise durch die alpha-Sekretase zu einem nicht giftigen, löslichen Protein verarbeitet wird, führt die Spaltung von APP durch beta- und gamma-Sekretasen zu einer Anhäufung von giftigem, nicht lösbarem beta-Amyloid.

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Kann eine Operation den Verlauf der Alzheimer-Erkrankung beeinflussen?

Inhalationsanästhetika, die bei größeren operativen Eingriffen zur Narkose eingesetzt werden, können in der Tat die Bildung und „Verklumpung“ (Oligomerisation) von Beta-Amyloid im Gehirn erhöhen und damit zumindest theoretisch den Verlauf der AD negativ beeinflussen. Hier sind insbesondere die Narkosemittel Halothan und Isofluran zu nennen. Es ist im Übrigen nicht selten zu beobachten, dass es gerade bei älteren Personen nach einer großen Operation – zumindest zeitweise – zu einer Verschlechterung der kognitiven Leistung kommt. Allerdings dürfen diese Überlegungen nicht dazu führen, lebensnotwendige Operationen aufzuschieben oder gar nicht erst durchführen zu lassen. Es muss stets eine sorgfältige Abwägung erfolgen unter besonderer Berücksichtigung der Konsequenzen auf Leben und Gesundheit, wenn eine erforderliche Operation vermieden würde.

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Erhöht Alkoholabhängigkeit (20+ Jahre), wenn sie mit einer genetischen Disposition verbunden ist, die Wahrscheinlichkeit, die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln?

Auch durch Langzeit-Alkoholismus kann das Gehirn schrumpfen und zu einer Demenz führen. So entwickeln zum Beispiel einige schwere Trinker eine Form der Hirnschädigung, die „Wernicke-Korsakoff-Syndrom“ genannt wird. Sie können sich an Ereignisse erinnern, die geschehen sind, bevor das Syndrom aufgetreten ist, aber sie vergessen neue Informationen oft innerhalb weniger Sekunden.

Neben der Schrumpfung des Gehirns und dem Gedächtnisverlust können beide, die Alzheimer-Krankheit und der Alkoholismus, einen störenden Einfluss auf Neurotransmitter haben – die chemischen Botenstoffe, die sich zwischen den Gehirnzellen bewegen. Beide können mit der Zeit zu schweren Persönlichkeitsveränderungen führen.

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Ist die Alzheimer-Krankheit erblich?

Es gibt zwei Typen der Alzheimer-Krankheit: Die seltene, familiär bedingte Form, die für weniger als fünf Prozent der Fälle ursächlich ist, und die weitaus häufigere Form, die sporadische Alzheimer-Krankheit genannt wird. Da es auch einen großen Unterschied bezüglich des Alters der Patienten gibt, in dem die jeweilige Form ausbricht, werden die beiden Alzheimer-Formen auch als früh beginnende (vor dem 65. Lebensjahr) und spät beginnende (65 Jahre und älter) bezeichnet. Die frühe Form der Alzheimer-Krankheit trifft meist Menschen im Alter von 30 bis 60 Jahren und ist erblich bedingt. Drei verschiedene Gen-Defekte spielen bei der früh beginnenden Alzheimer-Krankheit eine Rolle. Die Defekte finden sich im so genannten Amyloid-Vorläufer-Protein-Gen und in den Genen Presenilin-1 und Presenilin-2.

Bislang liegen keine Erkenntnisse darüber vor, ob diese Gen-Defekte an der spät beginnenden, nicht-familiären Form der Alzheimer-Krankheit beteiligt sind. Allerdings scheint auch die spät beginnende Form eine genetische Komponente zu haben. Forscher haben herausgefunden, dass eine ganz bestimmte erbliche Form eines Genes mit dem Namen Apolipoprotein Epsilon 4 (ApoE4) das Risiko, eine spät beginnende Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, erhöht. Neuere Erkenntnisse von Richard Mayeux, Columbia Universität, Lindsay Farrer, Universität Boston, und Peter St. George-Hyslop von der Universität Toronto, zeigen, dass auch das 5. Alzheimer Gen, SORL1, bei der sporadischen Alzheimer Krankheit eine risikoerhöhende Rolle spielen kann (Nature Genetics online, 2007).

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