Was sollte man bei der Kommunikation mit Demenz-Kranken beachten?

Für den Umgang mit demenzkranken Menschen bildet eine angemessene Kommunikation die entscheidende Grundlage. Dabei gilt es, einige wichtige Regeln zu beachten:

Unsere 10 wichtigsten Tipps für die Angehörigen

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  • Auch und gerade Demenzkranke brauchen Bestätigung, wie wir alle. Sprechen Sie deshalb über Dinge, die die Ihnen nahestehende Person gut gemacht hat, anstatt sie zu kritisieren.
  • Den kranken Menschen mit seinen krankheitsbedingten Fehlern zu konfrontieren, bringt niemandem etwas – räumen Sie die Brille im Kühlschrank und andere falsch abgelegte Dinge stattdessen stillschweigend an ihren richtigen Platz.
  • Demenzkranke brauchen Zeit und Ruhe, um über den nächsten Schritt oder eine Antwort nachzudenken. Stellen Sie sich darauf ein und üben Sie sich in Geduld.
  • Stellen Sie Blickkontakt her und reden Sie Ihren Angehörigen namentlich an, bevor Sie mit ihm ein Gespräch beginnen.
  • Reden Sie langsam, deutlich und in kurzen Sätzen. Auf Ironie und Metaphern sollten Sie verzichten, da sie der Demenzkranke irgendwann nicht mehr verstehen kann.
  • Mit einfachen Fragen, die Ihren Angehörigen und seine Umgebung betreffen (z.B. „Wie geht es Dir gerade?“, „Was hörst Du?“, „Siehst Du die Menschen draußen vorbeiziehen?“), beziehen Sie ihn mit ein und vermitteln ihm ein Zugehörigkeitsgefühl.
  • Formulieren Sie Ihre Fragen so, dass sie sich mit Ja oder Nein beantworten lassen, wenn es um den bloßen Informationsaustausch geht.
  • Wiederholen Sie wichtige Informationen und verwenden Sie dabei immer dieselbe Formulierung.
  • Vermeiden Sie Diskussionen.
  • Anschuldigungen und Vorwürfe des Demenzkranken gegen Sie sind oft Ausdruck von Hilflosigkeit und Frustration. Nehmen Sie so etwas nicht persönlich. Überhören Sie diese Äußerungen und wechseln Sie nach einer kurzen Pause das Thema.
  • Überfordern Sie Ihren demenzkrankes Familienmitglied nicht durch offene Fragen und größere Auswahlangebote. Fragen Sie lieber „Möchtest du einen Apfel oder lieber Erdbeeren?“ statt „Welches Obst möchtest du?".

Autor: Dr. Hubertus Glaser

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Kommentare (2)
Mama
2 Mittwoch, den 09. November 2016 um 15:09 Uhr
Cindy Merkel
Ich versuche immer, in die Welt meiner Mutter mitzugehen. Wenn sie denkt, da sind Hundewelpen, dann sind da halt welche. Oder wenn sie sagt, sie hat vergessen abzusperren (sie lebt im Heim), sag ich ihr, dass ich das für sie mache.
Demenzkrankheit
1 Donnerstag, den 10. Dezember 2015 um 17:14 Uhr
Prof.Dr. K.F. Klippel
Nie die Ruhe verlieren, Ängste verstärken die Symptomatik. Symptomatik, ggf. Windelhosen.
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