Was ist beim Umgang mit Demenz-Kranken zu beachten?

Der Verlauf einer Demenz-Erkrankung kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Außerdem unterliegen auch die Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Betroffenen sowie ihr Beziehungsgefüge zu betreuenden Personen individuellen Faktoren.

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Schließlich spielen auch die Tagesform der Beteiligten, die Tageszeit und andere äußere Umstände als Einflussgrößen eine Rolle. Aus all diesen Gründen gibt es keine allgemeingültigen Patentrezepte für den richtigen Umgang mit Demenzkranken. Es gilt daher auszuprobieren, was im Einzelfall am besten hilft.

Folgende Empfehlungen dazu stammen aus der Betreuungspraxis:

  • Nehmen Sie die Krankheit an, statt sie zu verleugnen. Das gilt für Betroffene und Angehörige gleichermaßen.
  • Vertiefen Sie Ihr Wissen über die Krankheit und stellen Sie sich auf deren Verlauf ein.
  • Beobachten Sie Ihren demenzkranken Angehörigen, sein Verhalten und seine Äußerungen und versuchen Sie, sie zu verstehen.
  • Stellen Sie Ihr eigenes Verhalten auf den Kranken ein, beispielsweise durch langsames und deutliches Sprechen.
  • Schenken Sie dem Kranken spürbare Zuwendung und sorgen Sie für einen strukturierten, gleich bleibenden, aber flexiblen Tagesablauf, der ihm Sicherheit und Geborgenheit verschafft.
  • Überfordern Sie den Kranken nicht durch unangemessene Erwartungen und „Fördermaßnahmen“ oder durch (ständiges) Hinweisen auf Fehler, Korrigieren und Kritisieren.
  • Wichtig ist der Erhalt vorhandener Fähigkeiten. Beziehen Sie den Kranken in Alltagstätigkeiten ein, die ihm Spaß machen und bei denen er an gewohnte Handlungsmuster anknüpfen kann. Berücksichtigen Sie dabei seine Vorlieben und Abneigungen.
  • Passen Sie die Wohnumgebung und andere äußere Lebensbedingungen so gut wie möglich an die Bedürfnisse, Defizite und noch vorhandenen Ressourcen des Demenzkranken an, beispielsweise durch Nachtbeleuchtung, Sicherung von Gas- und Elektrogeräten und Hinweiszettel in der Wohnung. An zweckmäßige Kleidung sowie Armband oder Zettel mit Name und Adresse ist zu denken, wenn der Kranke zum Verlassen der Wohnung neigt.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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Kommentare (1)
Demenz
1 Dienstag, den 05. Juli 2016 um 18:32 Uhr
heike
Eltern glauben es nicht. Bin 50 Jahre, soll Vitamin E essen.
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