Welche Medikamente werden zur Behandlung einer vaskulären Demenz eingesetzt?

Eine vaskuläre Demenz beruht letztlich auf Durchblutungsstörungen im Gehirn. Sie kann durch viele kleine, oft unbemerkte Schlaganfälle ausgelöst werden, bei denen es aufgrund einer Gefäßverstopfung zur Minderdurchblutung umschriebener Hirnbereiche kommt. Die Ursache ist hier also eine völlig andere als beim Morbus Alzheimer.

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Um der Entstehung von Blutgerinnseln und weiteren Schlaganfällen vorzubeugen (Sekundärprophylaxe), erhalten die Patienten gerinnungshemmende bzw. „blutverdünnende“ Medikamente, die die unerwünschte Verklumpung der Thrombozyten (Blutplättchen) verhindern. In Frage kommen zum Beispiel:

  • Acetylsalicylsäure (ASS, z.B. Aspirin®, in geringerer Dosierung als bei der Schmerzbekämpfung)
  • Clopidogrel (z.B. Plavix®, Iscover®)
  • Ticlopidin (z.B. Tiklyd®).

Anpassung der Lebensweise wichtiger als Medikamente

Noch wichtiger, aber vielfach unbequemer als die medikamentöse Behandlung ist allerdings die Vermeidung gefäßschädigender Risikofaktoren und selbstgefährdender Verhaltensweisen wie z.B. Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes und Bewegungsmangel.

Ferner wird vermutet, dass auch die Medikamente, die bei der Alzheimer-Demenz helfen, bei Patienten mit vaskulärer Demenz oder Mischformen sinnvoll eingesetzt werden können. Eine abschließende wissenschaftliche Bewertung dieses Ansatzes liegt allerdings noch nicht vor.

Autor: Dr. Hubertus Glaser
Quelle: Patientenleitlinie Demenz des medizinischen Wissensnetzwerks evidence.de der Universität Witten/Herdecke (aktuelle Version 06/2005)

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