Kann gezieltes Gehirn-Training eine Demenz aufhalten?

Komplett aufhalten meistens nicht, aber zumindest verzögern. Gute Ergebnisse werden z.B. mit gezielten Übungen der Konzentrations-, Gedächtnis- oder auch Rechenfähigkeit erzielt, wenn sie unter professioneller Anleitung durchgeführt werden.

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Das kann zuhause, oder – noch besser – im Gruppentraining geschehen.

Gehirn-Jogging wirkungslos, Zuwendung um so wirksamer

Das derzeit so beliebte Gehirn-Jogging ist bei bereits bestehender Demenz dagegen ungeeignet. Diese derzeit bei Senioren (aber nicht nur bei ihnen) so beliebten Spiele zur Stärkung von Gedächtnis und sonstigen Geistesfähigkeiten haben zwar ohne Frage ihre positiven Effekte. Zur Behandlung einer bereits bestehenden Demenz taugen sie indes nicht. Im Gegenteil: Für Menschen mit Demenz können solche Übungen höchst frustrierend sein und die ohnehin schon angeschlagene Psyche nur noch mehr belasten.

Generell gilt beim Gehirn-Training für Demenz-Kranke: Man sollte die Betroffenen auf keinen Fall überfordern oder mit ihren Fehlern konfrontieren ("Das musst Du doch aber wissen"). Nach Möglichkeit sollten solche Übungen auch nur unter professioneller Anleitung stattfinden.

Was man bei diesem Thema aber immer betonen muss: Eines der besten Mittel, bei einem Menschen mit Demenz den geistigen Abbau aufzuhalten, ist, sich mit ihm zu beschäftigen. Kaum etwas tut Demenz-Kranken so gut wie soziale Kontakte. Und zwar solche, die von Zuneigung und Anerkennung geprägt sind. Leider kommt oft gerade dieser Part in der Realität zu kurz.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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